US Coastguard HH-60 "Jayhawk" & Cutter
To Serve and Protect

Im Filmgeschäft haben Fortsetzungen, „Sequels“ genannt, meisten einen schweren Stand: Sie müssen den Vorgänger übertrumpfen oder zumindest gleichziehen. Bei den Add-ons für Flugsimulatoren dürfte es nicht anders sein. So auch beim neuesten Produkt von Aerosoft, dem „Coastguard – To Serve and Protect“, das auf dem 2005 erschienenen „Seahawk & Boxer“ basiert (Flightxpress 06/2005). Der „Coast Guard“ ist ein eigenständiges Produkt mit der SAR-Version HH-60 „“Jayhawk“. Inbegriffen ist auch der bekannte Marinekreuzer „Cutter“ der amerikanischen Küstenwache U.S. Coast Guard.

Die Wurzel des Sikorsky HH-60 basiert wie so viele Versionen auf dem UH-60 „Blackhawk“, der als Nachfolger des nicht minder legendären Bell 205 Huey oder Iroquois geplant war. 1972 schrieb die US Army einen Wettbewerb zwischen Sikorsky und Boeing-Vertol aus, welcher zugunsten von Sikorsky ausging. Die ersten Prototypen hoben 1974 ab, im März 1975 folgten die Vergleiche beider Konzepte. Im Dezember 1976 fiel die Entscheidung auf Sikorsky und gleich im Anschluss der Auftrag für eine Serienproduktion. Die ersten Maschinen wurden 1979 an die US Army in der 101. und 82. Luftlandedivision ausgeliefert. Der UH-60A war bezüglich Form und Funktion vollständig auf die neuesten Bedürfnisse der verschiedenen Streitkräfte abgestimmt.

Groß geschrieben war die Überlebenssicherheit in Form des aktiven und passiven Schutzes, die gegenüber dem Huey um Welten verbessert wurde. Da der Huey als günstiger Fließband-Heli bereits mit Handfeuerwaffen vom Himmel geholt werden konnte, führten die dadurch erlittenen, massiven Verluste zu umfangreichen Verbesserungen beim UH-60 wie schusssicherem Tank und Sitzen, Redundanz der wichtigen Systeme sowie modernste und laufend aktualisierte Warn- und Abwehranlagen gegen Raketen (Chaff, Flares) und Störsender. Die Zelle besteht aus einer hochmodernen Titan-Fiberglasbauweise, die offenbar selbst den Beschuss von 23-mm- Geschossen verkraften kann.

Der um außergewöhnliche 20 Grad geneigte Heckrotor erzeugt zusätzlichen Auftrieb und ermöglichte damit eine Reduktion des Hauptrotordurchmessers, und die um 20 Grad nach oben geneigten Blattspitzen des Hauptrotors ermöglichen die für Helikopter besonders hohe Maximalgeschwindigkeit von 333 Km/h. Bei Verlust der Hydraulikflüssigkeit kann man noch bis zu einer Stunde „trocken“ weiterfliegen. Das massive Fahrwerk verkraftet härteste Landungen.

In der Folge wurden typisch für die Armee über 31 unterschiedliche Modifikationen für Land- und Seestreitkräfte entwickelt, deren Beschreibung Bücher füllen würde. Die Exportversionen H-60 und S-70 werden von Westland in Lizenz produziert und an 24 Länder ausgeliefert. Besonders vorteilhaft für die Betreiber ist der Kundenservice, welcher von der Ausbildung bis „In the Field“ -Ersatzteillieferung jeglicher Art binnen 24 Stunden beinhaltet. Seit 2002 läuft bei der US Army zum 25jährigen Bestehen der UH- 60 Flotte ein umfangreiches Inspektions- und Umrüstungsprogramm, das nebst Leistungsund Überlebens-Gewährleistung auch den Umstieg auf digitale Cockpitinstrumentierung beinhaltet.

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