FSD-International Cessna 337 Skymaster
Doppelschwanz für zwei Bläser

Auflauf aus Spiegeleier und Enchiladas, eine Menge Paprika, Chilli und Canapeno-Pfeffer, dazu Bohnen, Hackfleisch und Spare Ribs. Keine Frage: Die Mitarbeiter von FSD und ihre Freunde lieben es scharf und deftig. Zumindest, wenn man ihrem Forum Glauben schenkt. Hier ist eine Kochecke eingerichtet, hier tauschen die hungrigen Flightsimmer die Rezepte für cholesterinreiches Kraftfutter.

In einem gewissen Sinn passt die deftige Küche zu FSD International. Denn diese Entwicklergruppe zeichnet sich auch bei der Flugzeugsauswahl durch einen ausgeprägten kulinarischen Geschmack aus. Sie tischen keinen Einheitsbrei und kein Formfleischschnitzel auf, sondern meist auffällige, ungewohnte, ja scharfe Add-ons. Sie sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Wenn es aber nach Exotik gelüstet, ist man bei FSD an der richtigen Adresse. Das beweist auch die letzte Kreation aus der australischamerikanischen Entwicklerküche: die Cessna 337 Skymaster.

Sie ist zweifellos eines der ungewöhnlichsten Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt: Eine zweimotorige Maschine mit den Triebwerken in Tandem und zwei lange, dünne Masten, die vorne an den Flügeln befestigt sind und hinten das Leitwerk tragen. Wer einmal eine Skymaster gesehen hat, vergisst sie nicht.

Fliegen auf Nummer sicher
Die ungewöhnliche Auslegung ist jedoch der Rationalität geschuldet. Die Manager von Cessna wollten eine zweimotorige Maschine bauen, die nicht wild zur Seite zieht, wenn ein Triebwerk den Dienst quittiert. Daher erdachte man ein Flugzeug mit zwei Motoren auf einer mittigen Schublinie: Ein Zugpropeller vorne, ein Schubpropeller hinten. Wenn ein Aggregat ausfallen sollte, würde das Flugzeug trotzdem geradeaus fliegen.

Die erste Cessna 336 Skymaster hob am 28. Februar 1961 zum ersten Mal ab. Später bekam sie eine Kräftigungskur und ein Einziehfahrwerk verpasst und wurde das Modell 337 Super Skymaster. Die Bezeichnung „Super“ welkte irgendwann ab, aber auch dieses Modell wurde weiter gepflegt, bekam eine Druckkabine und natürlich noch ein bisschen Speck. Als 337 H ging die letzte Skymaster 1980 vom Fließband. Es gab auch eine militärische Version, die O-2.

Die Idee von Cessna war gut, dank der besseren aerodynamischen Effizienz erreichte die Skymaster die Geschwindigkeiten von größeren, stärkeren und daher auch durstigeren Mustern. Im Langsamflug erwies sie sich ebenso souverän. Da der Vortrieb selbst bei einer Motorpanne mittig bleibt, gibt es keine VMC, keine Minimalgeschwindigkeit für die sichere Steuerung, die eingehalten werden muss. Dem Markt gefiel die 337 jedoch nicht wirklich, irgendwie war sie weder Fisch noch Fleisch, weder Single noch Twin. Dazu kamen Probleme mit dem Tanksystem und mit der Überhitzung des hinteren Triebwerks. Die Abneigung offenbarte sich in spöttischen Bezeichnungen wie „suck and blow“. So kam es, dass noch heute die 337 zu relativ niedrigen Preisen verkauft wird.

Die Hollywood-Regisseure waren hingegen von der ausgefallenen Maschine angetan und diese trat in mehreren Streifen auf. Beinahe die Hauptrolle spielt eine pechschwarze 337 mit blutroten Zierleisten in „Night Flier“, der Verfilmung eines Romans von Stephen King. In diesem Gruselstück schwebt ein geheimnisvoller Serienmörder des Nachts auf verlassene Flugplätze ein, mordet und verschwindet wieder in die Luft. Wir ahnen es schon, der Bösewicht ist ein Vampir und die 337 sein „Bat-Plane“. Ein Flugzeug mit einer solchen Aura war für Flight Simulator 2004 überfällig. Es fanden sich zwar immer Liebhaber, die kostenlose Modelle lieferten, zuletzt auch Mike „Fließband“ Stone. Eine wirklich gut gemachte Skymaster von einem erfahrenen Entwicklerteam fehlte jedoch bisher. Nun ist sie da.

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