Dicke Zigarre
Bill Lyon's LZ 127 bringt Abwechslung in den FS-Alltag

Bill Lyons ist mittlerweile zu einer Persönlichkeit geworden, die ich mir aus dem FS-Alltag nicht mehr wegdenken möchte. Altes Fluggerät gehörte schon immer zu meinen Leidenschaften – auf der MAAM-Sim DC-3 habe ich wohl inzwischen mehr Flugstunden als so mancher reale DC-3 Pilot. Bill versteht es immer wieder, neben dem „nackten“ Flugzeug auch noch eine gehörige Portion Flair mitzuliefern. Es gelingt ihm, unnötige Details wegzulassen und doch nichts zu vergessen, seine Modelle strotzen nur so von liebevollen Details ohne die klinische Reinheit, die für meinen Geschmack Flugzeuge wie die Flight1 Bonanza absolut disqualifizieren. Solche Add-on Flugzeuge sind tot, ohne jede persönliche Note, blitzblank, geschniegelt, gestriegelt und unverschämt ressourcenhungrig. In Bill’s Flugzeugen riecht man buchstäblich den Muff vergangener Tage, sie haben etwas Uriges, Vertrautes.

Bill’s neueste Errungenschaft provoziert: eine 245 Meter lange Zigarre, gefüllt mit über 210.000 m3 Gas und einer Spitzengeschwindigkeit von gerade mal 110 km/h ist sicher nicht jedermanns Sache – da muss dann schon etwas besonderes geboten werden. Doch wer Bill kennt, weiß, dass sehr wohl etwas Besonderes geboten wird, denn hier wird so authentisch wie nie zuvor die Bedienung eines solchen Luftschiffs nachgestellt. Wer meint, sofort losfliegen zu können, irrt sich gewaltig – das Manual muss gelesen werden.
Doch zunächst ein Überblick über die Entstehungsgeschichte von LZ-127…

Geschichtsstunde
Am 08. Juli 1838 wurde Ferdinand Graf von Zeppelin in Konstanz am Bodensee geboren. Seine Jugend verbrachte er inKonstanz am Bodensee und im nahen Landgut Girsberg in der Schweiz. Im Jahr 1863 machte der Graf bei St. Paul in Kanada seinen ersten Aufstieg mit einem Fesselballon - hier dürfte er wohl das erste Mal die Faszination des Fahrens in der Luft verspürt haben. Als er 1890 als Generalleutnant des Königs von Württemberg aus dem Militärdienst ausscheidet, widmet er sich von nun an der Technik eines lenkbaren Luftschiffs.

Im Jahr 1895 erhält Graf Zeppelin das Patent auf ein „lenkbares Luftfahrzeug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern“. Das grundlegende Merkmal des Patents ist das „Starre Gerippe“, welches im LZ 1 und den darauf folgenden Luftschiffen Bestandteil war und auch im heutigen Zeppelin NT noch ist. 1898 gründete Graf Zeppelin die Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt, für die er mehr als die Hälfte des Aktienkapitals von 800.000 Mark selbst aufbrachte. Die technische Umsetzung delegierte er zunächst an den Ingenieur Theodor Kober und später an Ludwig Dürr.

Der Bau des ersten Starrluftschiffs begann im Jahre 1899 in einer schwimmenden Montagehalle auf dem Bodensee in der Bucht von Manzell bei Friedrichshafen. Die Halle konnte für den schwierigen Startvorgang in den Wind gedreht werden. Der Prototyp - LZ 1 (LZ für „Luftschiff Zeppelin“) war 128 m lang, wurde von zwei Daimler-Motoren von je 14,2 PS angetrieben. Das Luftschiff wurde durch ein zwischen der vorderen und hinteren Gondel verschiebbares Gewicht ausbalanciert.

Durch den Bau von Kriegsluftschiffen für den Ersten Weltkrieg entstand ein Fortschritt bezüglich technischer Ausführung, Zuverlässigkeit und Betrieb von Luftschiffen. Die Weiterentwicklung von Luftschiffen konnte der Graf jedoch leider nicht mehr miterleben - er starb am 08. März 1917 in Berlin- Charlottenburg. Ferdinand Graf von Zeppelin wurde in Stuttgart auf dem Pragfriedhof beigesetzt, wo man heute noch immer seine Grabstätte besichtigen kann. Die Leitung des Unternehmens übernahm Dr. Hugo Eckener.

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