Tongass Fjords
ein Bericht von MeatWater

Es ist schon ein paar Jahre her, da gelang es einem gewissen Richard Goldstein, mich und unzählige andere Flusianer aus heimischen Gefilden auf den nordamerikanischen Kontinent, genauer gesagt in dessen Nordwesten, zu locken. Goldstein - besser bekannt unter dem Namen „Georender“ – schaffte es wie kein anderer, kleine Provinzflugplätze und ihre mittelbare und unmittelbare Umgebung nicht nur zu verschönern, sondern regelrecht lebendig zu machen.

Irgendwann erschienen dann die Scenery Germany Produkte, die zwar gleich ganze Landstriche in Deutschland erheblich aufpolierten – an der Tatsache, dass die Topographie Deutschlands im Vergleich zum nordamerikanischen Nordwesten aber eher langweilig ist – vermochten sie nichts zu ändern. Und so blieben viele Flusianer fern der Heimat, auch wenn dort wie gesagt nur einzelne Kleinregionen verschönert wurden. Mit dem Erscheinen der Misty Fjords Szenerie von Holger Sandmann wurden die Karten im Szeneriedesign-Business neu gemischt: 52.000 Quadratkilometer zerklüfteter Fjordszenerie wurden mit akkuraten Küstenlinien und unzähligen Landmarks versehen und boten das vielleicht bis dato genaueste Abbild eines derart großen Landstriches in einem Computerspiel (also nicht nur im Microsoft Flight Simulator). Und als wäre dies nicht schon genug, setzt der Sandmann, liebe Sandmann noch einen drauf.

Erste Annäherung
Über 70.000 Quadratkilometer sollen es diesmal sein, im Norden direkt angrenzend an die Misty Fjords Szenerie – das ist ein Areal von 265x265 Kilometern in einer der aufregendsten Landschaften, die die Welt (vielleicht nach den Anden) zu bieten hat! Mit einem Flugzeug vom Schlag einer De Havilland DHC-2 Beaver ist man weit über zwei Stunden unterwegs, will man das Szeneriegebiet diagonal überqueren. Um einen wirklich genauen Blick auf die Szenerie zu werfen, wäre man Wochen, wenn nicht Monate unterwegs, denn im Gegensatz zu den Misty Fjords enthält Holger Sandmanns neuestes Werk bereits „Ab Werk“ zahlreiche Szenerieobjekte statischer und dynamischer Art nebst einigen sehr detailliert nachgebildeten Flugplätzen, die, über die gesamte Region verstreut, zu ausgedehnten Streckenflügen einladen.

Vom Internationalen Flughafen Ketchikan aus mache ich mich also in einer Cessna 206 Stationair auf den Weg in Richtung Nordwesten (übrigens ziehe ich es immer vor, in eine neue Szenerie hineinzufliegen anstatt mich über die Flugplatzauswahl direkt dort hin zu beamen).

Nach etwa 20 Minuten Flug überkommen mich erste Zweifel, ob denn der Installer auch tatsächlich die Szenerie korrekt in der Szeneriebibliothek des Flight Simulators angemeldet hat, denn noch kann ich durchs Plexiglas keine Unterschiede erkennen – und dabei müsste ich mich doch längst über dem Gebiet der neuen Tongass Fjords Szenerie befinden. Seltsam. Woran ich in diesem Moment nicht denke: natürlich sehe ich keinen Unterschied, denn die beiden Szeneriegebiete gehen nahtlos ineinander über – und dann entdecke ich auch schon die ersten Nicht-Standard-Sendemasten, und wenig später sehe ich unter mir im blitzenden Meer ein Kreuzfahrtschiff mit Kurs nach Norden. „Hier sind wir richtig“, geht es mir durch den Kopf. „Tongass Fjords, ich komme!“

Details in Hülle und Fülle
Dass eine Szenerie wie die Tongass Fjords nichts für Airlinerpiloten ist, dürfte spätestens seit Erscheinen der Misty Fjords klar sein. Die Menge an zu entdeckenden Details und Gimmicks dieser neuen Szenerie verlangt aber geradezu nach einem enormen Zeitaufwand, denn wollte man wirklich jeden Winkel auskundschaften – man wäre nach Wochen noch nicht fertig.

Lesen Sie den gesamten Bericht in der aktuellen Ausgabe von FlightXpress