An die Arbeit, Frachtschwein!

Wie oft haben Sie sich - vor dem Microsoft Flight Simulator sitzend – eigentlich schon gefragt „was mache ich hier eigentlich?“ Mal ehrlich, wir machen das hier doch alle nicht etwa zum Spaß, oder? Mit dem Erscheinen von FS Passengers wurde vielen unter uns klar, dass das bloße Fliegen von A nach B an sich nicht den Gipfel der Herausforderung im Flight Simulator darstellt. Tausende User wurden plötzlich zu emsigen Unternehmern, es ging um Ticketpreise, Beförderungszahlen, Einnahmen, Wartungs- und Betriebskosten, und wehe man flog nicht anständig unter Berücksichtigung verschiedenster Regeln und einzuhaltender Parameter. Was als beinahe still und heimlich auf den Markt gebrachtes Tool begann, trat eine regelrechte Lawine los, und plötzlich wurde allen bewusst: so aufregend kann Flugsimulation am PC sein.

Als schließlich die mehrsprachige Boxed- Version erschienen war und unzählige User Downloads den Server des Entwicklers füllten, wurde es still um angekündigte Neuerungen. „Latest News: November 29th – the boxed version is available“ steht es noch heute oben auf der Website des Entwicklers.

So sieht weder Produktpflege aus, noch wird dieses Verhalten dem oft brillanten User-Input gerecht. Ich wage einmal die Behauptung, dass das Produkt längst in Vergessenheit geraten wäre, wenn es ob seiner offenen Struktur nicht von jedem User bis fast ins kleinste Detail angepasst werden können hätte…tun sollen.

Und gerade in dieser eingangs so bejubelten offenen Struktur – etliche Parameter können über *.ini Dateien vom Benutzer an eigene Bedürfnisse angepasst werden – liegt womöglich das Problem: je mehr ich etwas an eigene Bedürfnisse anpassen kann, desto mehr nähere ich mich wieder dem alten Konzept der absoluten Handelsfreiheit: ich kann im Prinzip wieder genau das tun, was ich will, und wie ich es will. Doch es geht auch anders.

Cargo Pilot
Die lange Einleitung – noch dazu mit Verweis auf ein an sich konkurrierendes Produkt – war nötig, um die entscheidenden Unterschiede von Cargo Pilot im Vergleich zur vielleicht einzigen wirklichen Alternative aufzeigen zu können, wobei der größte Unterschied sicherlich bereits aus den Namen der beiden Produkte hervorgeht:

Cargo Pilot beschränkt sich konsequent auf die Beförderung von Fracht – Gütern aller Art, unterteilt in über 120 verschiedenen Gruppen vor dem Hintergrund einer Wirtschaftssimulation, deren Komponente sich nicht aufdrängt, aber dennoch von großer Bedeutung ist.

Hintergrund
Anders als FS Passengers bestimmt Cargo Pilot von Anfang an, unter welchen Bedingungen Sie überhaupt erst anfangen dürfen zu arbeiten. Ohne die Möglichkeit, vorab das Firmengründungsbudget bestimmen zu können, sind vor Cargo Pilot zunächsteinmal alle „Spieler“ gleich. Ihre beiden ersten Amtshandlungen bestehen darin, sich für einen Flugplatz zu entscheiden, auf dem Sie sich zunächst nur mit einem kleinen, stinkigen Büro in einem Wellblech-Anbau direkt auf dem Rollfeld begnügen müssen. Bereits diese erste aller Entscheidungen ist für den späteren Karriereverlauf von großer Bedeutung, denn zum einen bestimmt sie, in welcher Region Ihre neu gegründete Firma von nun an operieren wird. Zum anderen können Sie – je nachdem, für welchen Platz sie sich entscheiden – gleich zu Beginn eine Menge Geld loswerden, wenn die Entscheidung auf einen größeren Platz mit guter Infrastruktur fällt, denn letztere bestimmt die Kosten, die Sie für die Firmengründung und letztendlich monatlich anfallende Unterhaltungskosten berappen müssen. Klein anfangen heißt hier die Devise – für große Sprünge reicht das Anfangsbudget ohnehin nicht aus.

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