Einen Blick auf FSPassengers 2004 wagt Martin Georg
Der Airline-Baukasten für den Hobbypiloten

Als Chef einer VA muss man immer ein wachsames Auge auf den Markt haben und alle Mitbewerber sorgsam im Auge behalten. Doch was mir da als Auftrag von Gerhard ins Haus flatterte, das war keine Aktion einer Leipzig Air VA oder der neueste Streich von Onyx. Die Gefahr für das Business kommt aus der elektronischen Kiste, und sie ermöglicht jedermann den Einstieg ins Airline-Geschäft.

Die Rede ist von „FSPassengers“, und wie soll man dieses Programm wohl am besten beschreiben? Ein „Atmosphären-Generator“ für einen simulierten Airline-Betrieb, angereichert mit zahlreichen Zusatzfunktionen, um das Fliegen interessanter zu machen … das trifft es vielleicht noch am ehesten.

FSPassengers ist ein 26,3MB großer Download, der u.a. bei AVSIM verfügbar ist. Das Programm ist Shareware, man kann es aber in Ruhe ausprobieren: Einziges Limit ist, dass man in der Probierfassung nur von San Francisco aus starten kann. Alle Programmfunktionen stehen aber uneingeschränkt zur Verfügung. Die Bezahlung des Preises von 31,90€ läuft entweder per Kreditkarte über eine Webseite, oder aber über Simmarket (wo man auch per Überweisung zahlen kann). Man erhält dann einen Unlock Code, der das Programm für alle Funktionen freischaltet.

FSPassengers installiert sich als Flusi-DLL in der Menüleiste des FS2004 mit einem eigenen Menüeintrag. Von dort aus wird das Programm konfiguriert und ein neuer Flug gestartet. Zu allererst aber muss man eine neue Fluggesellschaft definieren und ihr einen Piloten (in der Regel ist man das wohl selbst *g*) zuweisen. Schon hierbei zeigt sich, dass das Programm eine ganze Reihe von Detailparametern zulässt: Airlines können in verschiedene Kategorien eingeteilt und die Kostenstrukturen (Preisniveau des Bordservice etc.) angepasst werden. Zur Airline gehört natürlich auch mindestens ein Flugzeug, dieses muss „gekauft“ werden und geht in die Kostenrechnung ein.

Für jeden Flug sind bereitstehende Passagiere zu boarden (nicht immer so viele, wie das Flugzeug Sitze hat) und mit einem ordentlichen Flug zu ihrer Destination zu befördern. Wie sie über den aktuellen Flug denken, das kann man jederzeit durch ein kleines Info-Fenster im Flusi erfahren, wüste Flugmanöver z.B. werden mit Adrenalinschüben, ängstlichem Anschnallen und teilweise sogar mit gellenden Schreien quittiert. Absolviert man dagegen die Flüge sauber, sicher und komfortabel, danken es die virtuellen Kunden mit Zufriedenheit und besserer Auslastung bei zukünftigen Flügen. Auf diese Art und Weise kann die Fluggesellschaft Geld verdienen, wachsen, mehr Flugzeuge kaufen etc. etc.

Neben diesen Grundfunktionen bringt FSPassengers noch eine Reihe netter „Gimmicks“ mit. Das von Microsoft im Flusi so schmählich ignorierte GPWS wird hiermit ebenso nachgeliefert wie ein virtueller Copilot, der vor Fehlfunktionen warnt, Callouts vornimmt und auch sonst beim Fluge immer hilfreich assistiert. Besagte Fehlfunktionen sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil, diese souverän und sicher zu meistern, wenn sie überraschend im Fluge auftauchen, ist sicherlich ein Eckstein einer erfolgreichen Karriere. Ein virtueller Crew-Modus sorgt für Getränke und Speisen während des Fluges, die Bordunterhaltung und natürlich die unvermeidlichen Kabinenansagen. Im Cockpit selbst entsteht Airliner-Atmosphäre durch ATC-Gespräche im Hintergrund. Und natürlich gibt es nach jedem absolvierten Flug ein ausführliches Briefing mit einer Flugbewertung.

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