| Manches Flugzeug für Flight Simulator lässt die Uhr rückwärts ticken. Das ist freilich keine Neuigkeit, schließlich ist FS2004 vollgestopft mit historischen Maschinen, die man teilweise an den originalen Schauplätzen wieder fliegen kann. Den ersten Flug der Brüder Wright, Lindberghs Alleinflug von New York nach Paris und den zweiten Alleinflug (und den ersten einer Frau) über den Atlantik mit der Lockheed Vega 5 B von Amelia Earhart sind wieder erlebbar. „Lady Lindy“ – so wurde die Pilotin von der Presse auch genannt – hätte aber auch ein zweites, würdiges Flugzeug für Flight Simulator 2004 – A Century of Flight – liefern können, und zwar die Lockheed Electra 10 E, mit der sie – zusammen mit Navigator Fred Noonan – den Flug um die Welt in Angriff nahm. Auf der vorletzten Etappe von Lae (Papua Neuguinea) zum Howland Island verschwand ab er die Maschine und wurde nie wieder gefunden. War Amelia Earhart schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit, wurde sie nach ihrem rätselhaften Entschwinden vollkommen zu einer Legende.
Die Lockheed Electra Special war wohl das passende Gefährt dazu: ein modernes, elegantes und leistungsfähiges Transportflugzeug. Der Dichter Allan Lougheed und das Technikgenie John K. Northrop hatten schon mehrere erstaunliche Fluggeräte gebaut. Dazu zählen nicht nur die bereits erwähnte Vega, die zu mehreren Geschwindigkeits- und Langstreckenrekorden fähig war; sondern auch die Sirius, Orion und Altair. Zu den Piloten dieser Maschine gehören wichtige Persönlichkeiten der Luftfahrtgeschichte wie Charles Lindbergh, Wiley Post, Roscoe Turner und Howard Huges. Die Electra fügte sich perfekt in diese ruhmreiche Genealogie, wurde unsterblich in der Schlussszene des berühmten Kinostreifens „Casablanca“ und lieferte Walter Beech offensichtlich die Inspiration für die Beech 18.
Diesem Muster und ganz besonders der Electra NR16020 von Amelia Earhart wurden erwartungsgemäß schon zah lreiche Add-ons für Flight Simulator gewidmet. Und hier tickt die Uhr schon zum zweiten Mal zurück bis zum Januar 1999. Die erste Ausgabe von FlightXPress stand in den Zeitungsläden und Amelia Earhart bildete ein Titelthema. Ganze 9,5 Seiten beschäftigten sich mit Lady Lindy und dem Add-on „Around the World“ von Abacus, das mit einer Lockheed 10E, unzähligen Szenerien im Stil der Epoche und kompletten Flugplänen aufwartete. Kostenpunkt: 28,50 DM.
Das Archiv „l10eae01. zip“ (ca. 10,1 MB) von Charles Wood und anderen trägt den Datumsstempel vom 24. Mai 2006, sein Inhalt offenbart sich aber ebenfalls als eine dritte Begegnung mit der Vergangenheit. Wann hat man zuletzt drehende Propellerscheiben gesehen, die einen kreisrunden Schatten auf den Boden werfen? Oder Virtuelle Cockpits mit nicht bedienbaren Hebeln und Schaltern? Ja, es ist schon eine Weile her. Das Modell der Electra 10E wurde von FS-Design Berlin mit FSDS2 vor zwei Jahren hergestellt und heimste rasch die goldenen Plaketten von AVSIM und FlightSim ein. Obwohl es heute keine Meisterleistung mehr darstellt, kann das visuelle Modell noch ansprechend wirken.
Auch im Cockpit erinnert das 2d-Panel stark an vergangene Simulatorversionen. Und in der Tat, einige Elemente stammen ursprünglich aus Add-ons für FS98, zum Beispiel die überarbeitete Hintergrundgrafik. Im Virtuellen Cockpit erscheinen die Instrumente erst nach der Installation der Patch-Datei „ael10vc1. zip“ (ca. 2 MB), die aber die äußerst unglückliche Sitzposition nicht korrigiert. Cockpit erscheinen die Instrumente erst nach der Installation der Patch-Datei „ael10vc1. zip“ (ca. 2 MB), die aber die äußerst unglückliche Sitzposition nicht korrigiert.
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