In der Filmbranche gibt es eine schöne Regelmäßigkeit. Oft werden Filme, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, später noch einmal als „Special Edition“ oder „Collectors Box“ veröffentlicht. Die beinhalten dann mehr oder weniger sinnvolle Extras und Spielereien, der Streifen selber wird in den seltensten Fällen aufgewertet. Zusätzliche Filmszenen oder die komplette Digitalisierung des Materials wie beispielsweise bei den älteren „Krieg der Sterne“- Filmen sind eher eine Seltenheit.
Gary Summons gehört freilich nicht zu denen, die analog mancher Filmstudios das dünnste Brett bohren. Jedenfalls hat die One-Man-Show aus Großbritannien einen ihrer ältesten Flughäfen gehörig aufgepeppt. London-Gatwick, inzwischen der zweitgrößte Flughafen der Hauptstadt, gab es schon im Teil 3 der UK2000-Reihe; später trat er noch einmal im Paket der London Airports in Erscheinung. Seitdem hatte sich das Gesicht des Vorbildes immens gewandelt und so war es schlussendlich logisch, dass Summons hier den Korrekturstift ansetzte. Was die neue Version alles kann und leistet, erfährt man nach dem Kauf, für den 20 Euro fällig werden. Interessant ist das neue Kopierschutzsystem. Nach dem Erwerb erhält man einen Registierungsschlüssel, der später im Setup-Programm zusammen mit der Email-Adresse und dem Namen an Gary geschickt wird. Die Rückantwort lässt nur wenige Sekunden auf sich warten, erst hier bekommt man dann den notwendigen Aktivierungscode, um die Szenerie ohne Einschränkungen z u genießen. Ob die neue Methode im Kampf gegen Raubkopierer Erfolg haben wird, muss sich zeigen. Zumindest waren zum Zeitpunkt des Tests schon einige Kopien bei bekannten File-Sharing-Portalen aufgetaucht.
Dessen ungeachtet ist die Bereitstellung einer Demoversion ein netter Schachzug – bei Gatwick Pro die sprichwörtliche Katze im Sack zu kaufen dürfte damit beinahe unmöglich werden. Schade nur, dass die Installation die Szenerie auf zwei Testrechnern nicht automatisch in den FS einband, obwohl eine entsprechende Option ausgewählt wurde. Dennoch verlaufen die ersten Schritte problemlos und nach dem Aufruf des Simulators geraten schnell schöne Dinge ins Blickfeld. Da wäre beispielsweise die Bodentextur.
War es für Heathrow Pro noch ein bescheidenes Foto, wurden hier für Vorfelder, Rollwege, Start- und Landebahnen endlich handgezeichnete Bitmaps verwendet. Zusa mmen mit schicken Schmutzspuren, Abflussdeckeln und Ölflecken wirkt der Untergrund doch um einiges lebensechter. Auch die Texturierung sämtlicher Bauten kann sich sehen lassen. Die von Gary Summons gern genommene Mischung aus Gezeichnetem und Fotografiken harmoniert perfekt. Keine Stelle, an der eine Variante von beiden stärker hervortritt und somit einen störenden Unterschied sichtbar werden lässt. Sehr schick etwa die Fingerdocks oder die große Frachthalle. Und noch einmal der Boden: beeindruckend die Verschmelzung von Gras und Beton. Keine aufgesetzten grauen Flächen, sondern schön mit dem Grün ineinander laufend. Teilweise wachsen sogar kleine Büschel an den Rändern entlang – schön!
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