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meine teilweise bösen Erfahrungen mit der F-104 von Captain
Sim, die ich im FXP Heft 1/2004 beschrieben habe. Und auch durch
die Videos, die Cloud9 schon einige Zeit vor Erscheinen ihrer
bemannten Rakete ins Netz gestellt hatte. Dort wird nämlich
eindrucksvoll gezeigt, was jedem Piloten blüht, der nicht
sanft genug mit dem Steuerknüppel umgeht. Und auch die Tatsache,
dass Cloud9 ihren Starfighter in den Versionen vereinfacht, normal
und unzuverlässig im MS Flightsimulator zur Verfügung
stellt, konnte mich weder davon abhalten, mich schnell für
eine Runde um den Block ins Cockpit zu setzen, noch dazu verleiten,
zunächst mit dem vereinfachten Flugmodell zu fliegen.
Buchstäblich in letzter Sekunde fiel mir auf,
dass sich die Landeklappen nicht fahren ließen, obwohl das
Triebwerk unmissverständlich lief, und dass rechts unterhalb
der Triebwerksinstrumente die Schutzkappe eines Schalters offenstand.
So wollte ich denn do ch
nicht losfliegen. Das Umlegen jenes unauffälligen Schalters
erweckte denn auch diverse Instrumente und auch die Landeklappen
zum Leben – wie ich heute weiß, handelt es sich dabei
um den el.Masterswitch! Aha – mir dämmerte, dass ich
bei „nächster Gelegenheit“ doch mal ins Handbuch
schauen müsste.
So, die Landeklappen stehen ja jetzt in der ersten
Raste, der Startstellung, die übrigen Bleche bewegen sich
auch, sogar sinngemäß, auf geht´s! Sie lässt
sich sehr schön rollen, die Bugradlenkung arbeitet angenehm
präzise, ohne dabei nervös zu wirken. Beim Bremsen taucht
sie tief in die Bugfahrwerksfederung ein und wippt noch zweimal
nach, als wäre sie überrascht und erstaunt darüber,
dass ich tatsächlich vor dem Start noch einmal anhalte.
Irgend etwas lässt mich noch kurz zögern. Ich sitze
schließlich in einem Uhrenladen und nicht in einem Glascockpit,
da muss ich doch erst einmal ein paar Zeiger sortieren. Wenigstens
ist gutes Wetter, mit einer Sicht von Pol zu Pol; ich werde den
Platz ohne Zuhilfenahme von Navigationsinstrumenten wiederfinden.
Auch eine längere Start- und Landebahn werde ich kaum finden,
schließlich habe ich mich auf die Edwards Airbase, California,
begeben. Genau wie seinerzeit mit der Captain Sim F-104.
Die wichtigsten Zahlenwerte rufe ich mir noch einmal
kurz ins Gedächtnis: Bei 150 Knoten sanft rotieren, auf keinen
Fall die Nase mehr als zehn Grad über den Horizont nehmen.
Mit dem ersten Zucken des Variometers das Fahrwerk einfahren.
Und dann am besten nichts mehr anfassen, ehe nicht mindestens
32 0
Knoten erreicht sind. Im Januar letzten Jahres ging mir alles
viel zu schnell und ich hatte mir damals die Prozedur zurechtgelegt,
nicht mit Nachbrenner zu starten, obwohl mich ein Forumsteilnehmer
noch gewarnt hatte.
Die Mindestgeschwindigkeit zum Fliegen mit den Klappen in Startstellung
liegt bei etwa 210+ Knoten, d.h. darunter sollte man mit den Klappen
in Landestellung fliegen. Solange diese 210+ Knoten beim Start
noch nicht erreicht sind, bewegt man sich also mit schwerer Maschine
auf dünnem Eis, auch wenn es sich nur um etwa eine Sekunde
handelt. Genau diese Sekunde muss sich mein Starfighter ausgesucht
haben, um vehement zu rollen anzufangen und die Nase in Richtung
Erde zu nehmen. Sofortiges Zünden des Nachbrenners hilft
nichts, es beschleunigt nur die Drehung der Erde in meiner Windschutzscheibe...Ehe
ich an den Schleudersitz auch nur denken kann, sitze ich wieder
in meinem Bürostuhl vor meinem Schreibtisch.
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