| Ein guter Pilot kennt das eigene Flugzeug bis in die Details und legt selbst Hand an, wenn es etwas zu reparieren, zu warten oder zu überprüfen gibt. So betrachtet, wird Flight Simulator X aus uns ausgezeichnete virtuelle Piloten machen. Denn keine der vorherigen Versionen hat es so nötig gemacht, tief in den kryptischen Konfigurationsdateien der Werte und Parameter händisch zu stöbern. „Fliegst du schon oder tweakst du noch?“ - diese ironische Frage scheint unter den leidgeplagten Fans zu einem geflügelten Wort zu werden.
Um das Frisieren von FSX zu erleichtern, hat der bekannte Werkzeugkastenanbieter TweakFS zuletzt neue Kneifzangen auf den Markt gebracht. Tweak FPS for FSX (11,32 Beine zu machen, von ihm sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Das Tool besteht im Wesentlichen aus einem Auswahlmenü für insgesamt acht voreingestellte Hauptkonfigurationen, wobei eine Konfiguration die ursprüngliche ist. Die anderen sieben bieten unterschiedliche Settings für den IFR-, den VFR- und den Kunstflug, mal mit mehr, mal mit weniger Detaildichte. Eine Konfiguration ist für die optimale Darstellung von Bodenszenerien aus Satelliten- oder Luftfotos zugeschnitten. Der Anwender wählt ein Setting aus, klickt auf die Schalfläche „FSX“ und schon startet oder stottert der Flugsimulator mit den gewünschten Grafikoptionen.
Die jeweiligen Vorgaben können mit Tweak FPS angepasst und so zum Beispiel die Autogendichte oder die Art der Wassereffekte geregelt werden. Die Änderung der Einstellungen ist jedoch nicht sehr ein-fach. Insbesondere unerfahrene Anwender – an die sich ja das Programm prinzipiell wendet – müssten es schwer finden, Dinge wie die Qualität der Texturen mittels numerischer Parameter wie Lod_Radius oder Texture_Resolution zu bestimmen. Die ü blichen Schieberegler im Anzeigemenü von Flight Simulator bedient man wohl intuitiver als Tweak FPS. Das Tool beschränkt sich außerdem meist darauf, nur die normalen und offiziell dokumentierten Parameter zu editieren.
Die vielen sonstigen Tuning-Tricks, die auch in FlightXpress 12/2006 und 4/2007 vorgestellt wurden, werden zwar in der englischsprachigen Online-Hilfe des Programms erwähnt; sie müssen aber per Hand in die gewünschte Konfigurationsdatei eingefügt werden. Im Endeffekt ist Tweak FPS nicht zwingend notwendig, sowohl Anfänger als auch Könner können unter FSX eigene Settings für unterschiedliche Bedürfnisse wie IFR-, Kunst- oder Sonntagsflüge anlegen und sie unter unterschiedlichen Namen speichern. Da FSX in der Lage ist, eine neue Grundkonfiguration ohne Neustart zu laden, ist der Wechsel von einer zur anderen CFG-Datei eine Frage von Sekunden. Tweak FPS ist allerdings Shareware und kann 30 Tage lang kostenlos erprobt werden. Testen kostet also nichts.
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