Mit Ultimate Terrain (UT) legt Flight1 sein mit Spannung erwartetes Paket zur Landschaftsverbesserung nun in einer Ausgabe für Europa vor. Teilweise beeindruckende Screenshots schürten Vorfreude, aber zumindest versiertere Simmer hegten auch Zweifel: Denn groß sind die technischen Hürden für ein solches Produkt. Hält UT Europe, was es verspricht – nämlich die ultimative Landschaft?

Im Vorfeld der Erscheinung stand dieses vollmundige Versprechen in teilweise zweifelhaftem Licht: Dass grundlegende Austauschtexturen für den gesamten Kontinent nicht enthalten sind, ist zu verschmerzen. Denn Replacement heißt meist weniger „Verbesserung“, sondern eher schlicht „Veränderung“, und die sollte kein Selbstzweck sein. Dass aber auch ein Mesh fehlt, ist schmerzhafter. Für eine wirklich „ultimative“ Darstellung der Landschaft hätte sich ein neues Höhenmodell einfach gehört, denn die Microsoft-Variante ist viel zu grob, ungenau und zu wenig detailliert.

Tatsächlich aber ließen auch erste Vorabbilder, auch in unserem Forum, Zweifel aufkommen: Überaus hässliche Industriegebiete paarten sich mit einem – vorsichtig ausgedrückt – hässlichen Straßen-Spaghetti- Gewirr. Darüber hinaus war Szenerie-Kennern schon vor dem Erscheinen des Addons klar, dass erhebliche Schwierigkeiten im Zusammenspiel mit anderen Szenerien auftreten werden. Denn Microsoft hat sämtliche Elemente der Standardlandschaft wie Flüsse, Berge, Küstenlinien oder Straßen zu grob und viel zu ungenau platziert. Nur störte in der Vergangenheit diese Ungenauigkeit kaum. Denn wenn alles verschoben ist, fällt nichts so richtig auf: Die zu weit nördlich liegende Stadt ist kein Problem, wenn Flüsse und Küstenlinien in der Umgebung genauso verschoben sind. Wer schaut schon auf die exakten Koordinaten? Auch für Add-ons war dieser Zustand kein großes Problem: Im Zweifel wählten die Designer bisher Microsofts ungenaue Landmarken als Referenzen: Die Brücke platzierten die Designer ebenso ungenau, wie der ganze Fluss lag – Hauptsache, sie überquert sauber das Gewässer.

Just hier setzt nun aber ein großes Problem ein, welches Szenerien wie UT Europe haben. Denn werden nun doch einzelne Elemente der Landschaft durch wesentlich genauere Komponenten ersetzt, passt gar nichts mehr. Endlich sieht der Rhein schöner aus und verläuft auch genauer. Aber die Hohenzollern- Brücke in Köln ist jetzt völlig unpassend platziert. Die Küstenlinien an der Nordsee verlaufen genauer – aber Bremerhaven liegt nun dazu ganz unpassend. Passstraßen in den Alpen verlaufen exakt – aber eben nicht mehr durch den Pass, sondern unansehnlich quer über den Berg. Selbst wenn also die eine oder andere Komponente verfeinert werden soll, geht die Mühe häufig nach hinten los: Denn alles hängt in der Szeneriedarstellung zusammen, und die Ungenauigkeit des einen Elements bestimmt, wie ansehnlich ganz andere Komponenten erscheinen.

Das Add-on All Roads Of Europe (AROE) der Designerschmiede Flugwerk stolperte als erstes in diese Falle: Eigentlich sollten „nur“ genauere Straßen mitgeliefert werden. Spätestens aber, als in London die Kreisverkehre in der Microsoft-Themse lagen, dämmerte den Designern, dass es ohne genauere Flüsse und Küstenlinien nicht geht. Das Add-on erschien deshalb mit erheblicher Verspätung. Und blieb weiter kontrovers. Denn nun passten entsprechend ungenau platzierte, fremde Add-ons nicht mehr in die genaue Welt der AROE ... Fehlende Kompatibilität durch fehlende Genauigkeit.

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