Aerosoft
Lukla & Mt. Everest

Am Fuße des Mount Everest, etwa 40km Luftlinie zum Gipfel, wo die Nationalparks Sagarmatha und Makalu-Barun miteinander verschmelzen, liegt Lukla, ein kleines Bergdorf, das seine Berühmtheit – zumindest unter Bergsteigern und Extremtouristen – einer kleinen Schotterpiste zu verdanken hat. In den sechziger Jahren von Sir Edmund Hillary erbaut (Hillary bezwang den Mount Everest das erste Mal 1953 und kehrte immer wieder in die Region zurück), bekam der Airport erst vor einigen Jahren eine asphaltierte Piste, und die hatte er dringend nötig, denn Lukla Airport ist kein normaler Airport…

Der Anti-Airport
Wenn Sie sich, lieber Leser, für Buschfliegerei interessieren, so werden Sie es gewohnt sein, das eine oder andere Mal auf einer etwas zu kurz geratenen Piste landen zu müssen. Hohe Bäume im short final können Sie nicht sonderlich ängstigen, da Sie die Grenzen Ihrer Beaver sowie die Umgebung, in der Sie tagtäglich vielleicht sogar im Dienste von FSCargo unterwegs sind, bestens kennen. Dennoch würde Ihnen mit diesem neuesten Streich aus dem Hause Aerosoft aller Wahrscheinlichkeit nach eine gänzlich neue Erfahrung ins virtuelle Pilotenleben flattern. Sie würden merken, wie wenig Sie tatsächlich Ihr Flugzeug kennen und wie unzureichend Ihr fliegerisches Geschick sein kann, auch wenn es seit Jahren angelernt wurde und Sie sich nicht mehr daran erinnern können, wann Sie das letzte Mal im Flight Simulator abgestürzt sind.

Es beginnt damit, dass Sie in den meisten Fällen wahrscheinlich gar nicht das Flugzeug fliegen können werden, das Ihnen am meisten liegt, denn die Tatsache, dass der Flughafen in einer Höhe von sage und schreibe 9.200 Fuß liegt, schließt schon mal sämtliches Fluggerät mit herkömmlichen Kolbenmotoren aus. Sicherlich gibt es Kolbenmotoren, die auch in 9.000 Fuß noch laufen, diese 9.000 Fuß sind hier in diesem Falle aber lediglich die Platzhöhe – die umliegenden Massive überragen den Platz aber nochmals gewaltig, und spätestens bei den geforderten Kraftreserven müsste auch der beste Kolbenmotor aufgeben; mit einer Beaver würden Sie nicht einmal in die Nähe des Platzes kommen.

Zu der unglaublichen Ziffer 9.200 gesellen sich aber noch weitere, so beträgt die Länge der Piste gerade mal 530 Meter. Dies ist normalerweise ein Wert, über den sich so mancher Buschpilot in den Wäldern Kanadas freuen würde – 530 Meter! „Wenn‘s nicht klappt, starte ich halt durch“, werden einige jetzt sagen. Doch genau das geht in Lukla nicht – ist das Flugzeug erst einmal „fully established“, gibt es kein Zurück mehr, man muss landen, denn beinahe unmittelbar hinter dem Pistenende ist eine steile Felswand, und diese gehört zu einem Bergmassiv, das weder um- noch überflogen werden kann. Enge Kurven mit starken Bankings sind ebenfalls alles andere als ratsam, denn die dünne Luft und häufige Nebelbänke (besonders während der Wintermonate) bieten so gut wie keinen Rettungshaken, falls mal etwas schiefgehen sollte. Aber ich habe noch eine Ziffer für Sie, nämlich die 12. Bei der Landung in Lukla landen sie auf einer Bergaufstrecke, die von ihrer tiefsten Stelle bis zum Pistenende eine Steigung von 12° aufweist. Am besten schauen Sie sich mal die Screenshots und Fotos an – ich wette, so etwas haben Sie noch nicht gesehen...

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