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haben es von Anfang an gewusst. Sie müssen es geahnt haben,
dass ihre Maschinen häufig abstürzen würden. Sonst
hätten sie es nicht bei Nacht gemacht. Zantford „Granny“
Granville und seine vier Brüder hatten gerade ihr erstes
Flugzeug fertig gestellt. Es war ein größerer, solider
und vernünftig gebauter Doppeldecker, der gute Leistungen
und angenehmes Verhalten verhieß. Für den ersten Flug
warteten die Gebrüder Granville aber absichtlich auf die
Dunkelheit. Sie wollten keine Augenzeugen dabei haben, falls ihr
erster Versuch mit einem Absturz enden sollte. Die Gee Bee Modell
A war indessen eine ausgezeichnete Konstruktion. Am Anfang litt
sie zwar unter dem recht schwachen Antrieb, dennoch erwies sie
sich als bequem, sicher und harmonisch. Es gab keinen Zweifel,
der junge Auto- und Flugzeugmechaniker aus Boston hatte ein gutes
Händchen für ordentliche Arbeit. Aus der Gee Bee A hätte
zweifellos ein großer Klassiker werden können. Die
große Depression am
Ende der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts machte die
rosigen Pläne der Granville jedoch zunichte. Vom vielversprechenden
Doppeldecker wurden nur neun Exemplare gebaut.
Um Geld zu verdienen, taten die Brüder Granville
genau das, was auch Cessna, Beech, Laird und alle anderen Pioniere
damals taten: Sie bauten Rennflugzeuge und nahmen an den zahlreichen
Wettbewerben teil, die es überall in den USA gab: All American
Flying Derby von Detroit nach Los Angeles und zurück; Thompson
Trophy, Bendix Trophy, Goodyear Trophy, Cleveland Air Races, Shell
Speed dash: das waren nur die wichtigsten und ertragreichsten
Flugrennen jener Zeit. Aus unterschiedlichen Gründen hegten
Unternehmen, Flugzeugbauer, Armee, Navy und Zuschauer ein starkes
Interesse für solche Rennen.
Die
Brüder Granville fanden die Unterstützung von einigen
in die Luftfahrt vernarrten Geschäftsleuten aus Springfield
(Massachusetts) und dort eröffneten sie ihre neue Werkstatt.
Ihr erstes reines Rennflugzeug warf viele Prinzipien
des damaligen Flugzeugbaus über den Haufen. Das Modell Z
Super Sportster benutzte einen mächtigen Sternmotor, den
Pratt & Whitney R-958 mit 535 HP. Später wurde er mit
einer R-1340 zu 800 HP ausgetauscht. Das war eine immense Leistung
für ein Flugzeug, das nur 2280 Pfund wog. Zum Vergleich:
die größere und schwerere Lockheed Vega, die ebenfalls
an vielen Langstreckenrennen teilnahm, begnügte sich mit
einem Pratt & Whitney Wasp C zu 500 HP.
Die Gee Bee Z war erstaunlich klein und ähnelte
mehr einem Motor mit Stabilisierungsflossen als einem richtigen
Flugzeug. Granny Granville und sein Ingenieur und Pilot Lowell
Bayles beabsichtigten, den parasitären Luftwiderstand so
klein wie möglich zu halten und reduzierten daher alle Maße
auf ein Minimum. Aerodynamisc h
betrachtet, war dies ein Fehler, aber damals hatten sich bestimmte
Kenntnisse über das Verhältnis zwischen parasitärem
und induziertem Widerstand noch nicht herumgesprochen.
Rein optisch waren die Gee Bee Z und die nachfolgenden
Modelle das Beste, was die Art Deco zu liefern wusste. Das knuffige
Design macht diese Flugzeuge einzigartig und bei allen beliebt.
Sie erinnern stark an die fantasievollen Maschinen aus Comics
oder Kinderbüchern. Und manchmal spielen fliegende Nachbildungen
der Gee Bee noch Rollen in Hollywood-Filmen, zum Beispiel in der
Action- Komödie „Rocketeer“ von 1990. Nachbauten
der Gee Bee Z und der späteren, tonnenartigen Gee Bee R1
und R2 machen bei den alljährlichen Wettkämpfen in Reno
(Nevada) immer noch mit.
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