Knuffig, kräftig, kostspielig
Gee Bee Z von Pureflight Simulations
testete Sergio di Fusco

Sie haben es von Anfang an gewusst. Sie müssen es geahnt haben, dass ihre Maschinen häufig abstürzen würden. Sonst hätten sie es nicht bei Nacht gemacht. Zantford „Granny“ Granville und seine vier Brüder hatten gerade ihr erstes Flugzeug fertig gestellt. Es war ein größerer, solider und vernünftig gebauter Doppeldecker, der gute Leistungen und angenehmes Verhalten verhieß. Für den ersten Flug warteten die Gebrüder Granville aber absichtlich auf die Dunkelheit. Sie wollten keine Augenzeugen dabei haben, falls ihr erster Versuch mit einem Absturz enden sollte. Die Gee Bee Modell A war indessen eine ausgezeichnete Konstruktion. Am Anfang litt sie zwar unter dem recht schwachen Antrieb, dennoch erwies sie sich als bequem, sicher und harmonisch. Es gab keinen Zweifel, der junge Auto- und Flugzeugmechaniker aus Boston hatte ein gutes Händchen für ordentliche Arbeit. Aus der Gee Bee A hätte zweifellos ein großer Klassiker werden können. Die große Depression am Ende der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts machte die rosigen Pläne der Granville jedoch zunichte. Vom vielversprechenden Doppeldecker wurden nur neun Exemplare gebaut.

Um Geld zu verdienen, taten die Brüder Granville genau das, was auch Cessna, Beech, Laird und alle anderen Pioniere damals taten: Sie bauten Rennflugzeuge und nahmen an den zahlreichen Wettbewerben teil, die es überall in den USA gab: All American Flying Derby von Detroit nach Los Angeles und zurück; Thompson Trophy, Bendix Trophy, Goodyear Trophy, Cleveland Air Races, Shell Speed dash: das waren nur die wichtigsten und ertragreichsten Flugrennen jener Zeit. Aus unterschiedlichen Gründen hegten Unternehmen, Flugzeugbauer, Armee, Navy und Zuschauer ein starkes Interesse für solche Rennen.

Die Brüder Granville fanden die Unterstützung von einigen in die Luftfahrt vernarrten Geschäftsleuten aus Springfield (Massachusetts) und dort eröffneten sie ihre neue Werkstatt.

Ihr erstes reines Rennflugzeug warf viele Prinzipien des damaligen Flugzeugbaus über den Haufen. Das Modell Z Super Sportster benutzte einen mächtigen Sternmotor, den Pratt & Whitney R-958 mit 535 HP. Später wurde er mit einer R-1340 zu 800 HP ausgetauscht. Das war eine immense Leistung für ein Flugzeug, das nur 2280 Pfund wog. Zum Vergleich: die größere und schwerere Lockheed Vega, die ebenfalls an vielen Langstreckenrennen teilnahm, begnügte sich mit einem Pratt & Whitney Wasp C zu 500 HP.

Die Gee Bee Z war erstaunlich klein und ähnelte mehr einem Motor mit Stabilisierungsflossen als einem richtigen Flugzeug. Granny Granville und sein Ingenieur und Pilot Lowell Bayles beabsichtigten, den parasitären Luftwiderstand so klein wie möglich zu halten und reduzierten daher alle Maße auf ein Minimum. Aerodynamisch betrachtet, war dies ein Fehler, aber damals hatten sich bestimmte Kenntnisse über das Verhältnis zwischen parasitärem und induziertem Widerstand noch nicht herumgesprochen.

Rein optisch waren die Gee Bee Z und die nachfolgenden Modelle das Beste, was die Art Deco zu liefern wusste. Das knuffige Design macht diese Flugzeuge einzigartig und bei allen beliebt. Sie erinnern stark an die fantasievollen Maschinen aus Comics oder Kinderbüchern. Und manchmal spielen fliegende Nachbildungen der Gee Bee noch Rollen in Hollywood-Filmen, zum Beispiel in der Action- Komödie „Rocketeer“ von 1990. Nachbauten der Gee Bee Z und der späteren, tonnenartigen Gee Bee R1 und R2 machen bei den alljährlichen Wettkämpfen in Reno (Nevada) immer noch mit.

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