Der Flight Planner von Flight Simulator – Teil 1
Planen mit Bordmitteln

Aschenputtel hatte es gut, zumindest ein Mal hatte sie ihren großen Auftritt. Und er gelang ihr so umwerfend, dass sie sich prompt hochheiratete. Der Flight Planner von Flight Simulator hat es im Vergleich zur Märchengestalt eher schwer. Kaum ein seriöser virtueller Pilot nimmt ihn und seine begrenzten Fähigkeiten wahr. Nur wenn es darum geht, einen Flugplan für das hochmoderne FMC eines edlen Add-ons schnell zu entwerfen, wird er aus der Versenkung geholt. Wie professionelle und akkurate Flugplanung erfolgt, hat FlightXPress in der Vergangenheit häufig und eingehend geschildert. Wichtige Flugplanungsprogramme wurden vorgestellt, die Geheimnisse der Langstreckennavigation gelüftet, die Validierung von Flugplänen durch Eurocontrol erörtert und auch über die Tücken der Vorbereitung von Sichtflügen lebhaft berichtet.

Aber es gibt gute Gründe, sich auch mit dem Flight Planner des Flugsimulators etwas näher zu beschäftigen. Erstens bildet er für viele noch unerfahrene Piloten den ersten Einstieg in die seriösere Flugsimulation. Zweitens ist jeder, der die Dienste der virtuellen Fluglotsen von Flight Simulator in Anspruch nehmen will, mehr oder weniger gezwungen, einen FS-konformen Flugplan einzureichen. Und drittens ist er schnell zur Stelle, wenn man ihn braucht. Also kann es nicht schaden, die Arbeitsweise dieses Tools zu verstehen, seine Schwächen zu kennen und seine Vorzüge auszunutzen.

Start und Ziel
Der Dispatcher von Flight Simulator kann auf verschiedene Art zum Dienst bestellt werden: Entweder über den Menübefehl „Flüge > Flugplaner“ oder über die Schaltfläche „Flugplaner...“ im Dialogfenster „Flug erstellen“.

Die ersten Schritte der Flugplanung bestehen natürlich darin, den Start- und den Zielflughafen mit den Schaltflächen „Auswählen...“ anzugeben. Wenn man den Startflughafen bestimmt, kann man auch die Parkposition des Flugzeugs wählen, falls welche vorhanden sind. Wenn das nicht der Fall sein sollte, oder wenn man es selbst nicht ändert, platziert Flight Simulator das Flugzeug am Kopf der aktiven Piste. Kleine Anmerkung: Der Flight Planner berechnet den Flug tatsächlich von der Parkposition an. Andere Flugplaner hingegen kalkulieren die Strecke vom Referenzpunkt des Flughafens, der sich gewöhnlich in der Mitte der Hauptpiste befindet. Das hat keine besondere Bedeutung, aber es ist vielleicht interessant zu wissen.
Für den Zielflugplatz kann man keine Parkposition reservieren, das tut man im realen Leben auch nicht. Zumindest nicht im Flugplan.

Alternate
Echte Flugpläne listen stets einen Ausweichflugplatz, auf dem man landen kann, falls das gewünschte Ziel nicht anfliegbar sein sollte. Dies kennt der Flight Planner noch nicht. Wir schreiben „noch nicht“, weil dies sich demnächst auch ändern könnte. Darauf weisen die Flugpläne hin, die standardmäßig mit Flight Simulator installiert werden.

Wer sie mit einem Texteditor wie Notepad öffnet, findet auch eine Zeile „alternate_ name“, die aber in den Flugplänen fehlt, die man selbst anfertigt. Offenbar haben die Entwickler von Microsoft ihre Flugpläne mit einer Version des Flight Planners ausgearbeitet, die bereits über diese Option verfügt. Zurzeit macht es gar keinen Unterschied, ob diese Angabe im Flugplan vorhanden ist oder nicht.

Spielregeln bestimmen
Der dritte Menüpunkt bestimmt, nach welchen Regeln der Flug unternommen wird. Der Pilot kann nach Sicht (Visual Flight Rules) fliegen und dabei selbst auf die Navigation und auf das Ausweichen vor anderen Flugzeugen achten. Oder er kann sich auf die Instrumente (Instrument Flight Rules) verlassen, wobei die Fluglotsen in den Kontrolltürmen und den Radarzentralen ihn bei der Navigation unterstützen und den Weg von anderem Verkehr freihalten.

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