Von FSHeli.ch: SA 315 B Lama

Dieses Mal fahre ich mit einem weiteren Klassiker fort, der bereits im FlightXPress vom Mai und September 2003 vorgestellt worden ist: Der SA315B „Lama“ von Peter Salzgeber (FSHeli.ch) aus der Schweiz. Das anspruchsvollste Helikopterprojekt in der PC Simulationsgeschichte geht nach ca. 2000 Programmier- und Testflugstunden (nebst Beta-Testern etc.) ab Ende April/Anfang Mai 2005 als Paywareprodukt in der zweiten Version online. Seit Oktober 2004 ist bereits die Version 3.0 ebenfalls online erhältlich.

Die sehr bewegte Geschichte des erfolgreichsten und am längsten im Einsatz stehenden Transporthelikopters aller Zeiten in der „2-Tonnen-Klasse“ beginnt mit Anfragen verschiedener südamerikanischer Länder sowie des indischen Militärs Ende der 60er-Jahre, die nach einer leistungsfähigeren Version der bereits bewährten Alouette II verlangten. Verständlich, waren die 450 bzw. 360 Wellen-PS des ersten Turbinen- Helikopters der Welt etwas zu schlapp für die Vorgabe der indischen Luftwaffe, 200 kg Nutzlast auf 6000 Meter zu befördern und landen zu können.

Die Lösung: Der französische Hersteller Sud Aviation (später Aerospatiale) montierte auf einer verstärkten Zelle der leichtgewichtigen Alouette II (SA313B) die dynamischen Komponenten (Rotoren, Triebwerk, Getriebe) der Alouette III (SA316B), welche bereits als „Hot and High“- Version konzipiert war. Diesem Konzept lagen auch pragmatische Überlegungen zugrunde: Eine Neuentwicklung hätte Jahre gedauert, abgesehen von den finanziellen Risiken. Die mit dem 870 WPS starken „Artouste IIIB1-Triebwerk überpowerte „Lama“ sollte die Erwartungen dann auch mehr als übertreffen. Allein die maximale Unterlast stieg so von 500 kg auf 1135 kg an. Das Freiläufertriebwerk, mit über 22’000 Einheiten eines der meistgebauten der Welt, liefert eine maximale Dauerleistung von 550 WPS bis auf 4000 Meter. Diese üppigen Leistungsreserven waren aber auch in den heißen Klimaregionen willkommen.

Während einiger Demonstrationsflüge im Himalaja vollbrachte 1969 eine Zweierbesatzung die bis heute höchste je von einem Helikopter verzeichnete Landung auf 7’500 Metern ü. M. Der Prototyp und letzte Spross der „Alouette“-Reihe hob am 17. März 1969 zu seinem Jungfernflug ab, das französische Lufttüchtigkeitszeugnis wurde bereits am 30. September 1970 erteilt. Am 21. Juni 1972 stellte dann Jean Boulet mit 12’442 Metern ü. M. noch den bisher ungeschlagenen Höhenweltrekord für Helikopter auf. Zum Vergleich: die maximale Landehöhe mit Bodeneffekt (HIGE) des Eurocopter AS350 B3 beträgt bei max. 1700 Kg Gesamtgewicht gerade noch 7’000 – bei einer Außentemperatur von min. - 40° Celsius… Kein Wunder, tauften die Ingenieure Ihren Packesel der Lüfte auf den heute geläufigen Namen „Lama“. Es ist auch heute noch der einzige Helikopter, dessen maximale Nutzlast höher als sein Eigengewicht ist… Allein in Frankreich wurden 407 Stück produziert. Ab 1971 wurde die „Lama“ von der indischen HAL in Lizenz als „Chetah“ hergestellt (mehr als 200 Stk.).

Eine weitere Lizenzproduktion fand später durch die Helibras in Brasilien statt (7 Stk.). Erkennbar ist die Lama nebst dem dreiblättrigen Heckrotor wie bei der Alouette III an den höheren Landkufen für mehr Bodenfreiheit im Gelände. Der Rest ist, abgesehen von kleinen Modifikationen, weitgehend mit der Alouette II identisch, dennoch darf die „Lama“ als eigenständiges Baumuster betrachtet werden. Ein Riesenvorteil für bisherige Alouette-Betreiber ist dennoch die Austauschbarkeit vieler Teile und die entsprechend geringen Umschulungskosten. Die „Lama“ zeichnet sich ebenso durch die legendäre Zuverlässigkeit und Robustheit ihrer Geschwister aus.

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