Auf den Spuren von Little Joe ...
Mit der neuen Bonanza A36 von Dreamfleet unterwegs ist Martin Georg

Man könnte ja eigentlich meinen, der Markt für General-Aviation Flugzeuge im Flugsimulator wäre gesättigt, besonders im Bereich der Einmotorigen. Immerhin tummeln sich dort mehr als ein gutes Dutzend Payware-Flugzeuge unterschiedlichster Herkunft und Ausstattung. Sieht man allerdings genauer hin, dann schrumpft die Auswahl doch erheblich: Viele dieser Modelle sind bereits zu FS2002 Zeiten entwickelt und dann nur FS2004-kompatibel gemacht worden, oder aber es sind einfache Schul- und Trainingsflugzeuge ohne aufwändige Avionik. Am oberen Ende der Skala aber, wo es um ein schnelles modernes Flugzeug, komplett für IFR ausgestattet mit moderner Avionik geht, da ist dann doch das Angebot dünne: Fast alles, was bisher speziell für den FS2004 gemacht wurde, war zu langsam bzw. zu schlecht ausgestattet. Im Prinzip muss man bis zu Carenado´s Dakota bzw. der Dreamfleet C177 Cardinal zurückgehen, um eine schnelle Einmot zu finden – und auch dann war die Avionik nicht wirklich überzeugend.

Ganz offensichtlich hofft Dreamfleet 2000 hier in eine Lücke in dem doch eher enttäuschend schwachen Gesamtmarkt für FS2004 Flieger zu stoßen: Mit der Bonanza A36 von Beechcraft, dem einzigen derzeit in Produktion befindlichen Single-Engine Modell des Herstellers, will man den Kunden den Griff zur Kreditkarte leichter machen. Überzeugen sollen nicht nur geballter Einsatz moderner Avionik mit komplettem Garmin GNS430 GPS und WX500 Wetterradar, ein moderner 6-Sitzer mit 300PS, sondern auch ein neues Konzept für das Paneldesign, die Sounds und die Konfiguration des Fliegers. Keine Frage, Dreamfleet 2000 baut ein, was im Moment neu und machbar ist. Aber ist das wirklich genug, geht das Konzept auch auf?

Über die Qualität des Bezahlsystems von Flight1 noch lobende Worte zu verlieren hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Für 2005 hat man den „Wrapper“, d.h. die Anwendung, die Bezahlung, Lizenzierung und Registrierung regelt, nochmals überarbeitet. Neu ist vor allen Dingen eine bessere Unterstützung von Benutzern, die auf einem PC installieren, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Musste man früher noch mit Flight1 manuell eMails austauschen, um an eine Installation zu kommen, so geschieht auch das nun automatisch, damit ist man von unterschiedlichen Arbeitszeiten rund um den Globus völlig unabhängig. Am Installationsprinzip selbst hat sich nichts geändert: Bezahlt wird nach dem Download, und lediglich das Key-File sowie die Kaufbelege wollen gesichert sein, um auch später wieder neu installieren zu können.

Auf ähnlich hohem Niveau bewegt sich wie gewohnt die Dokumentation, Dreamfleet/ Flight1 typisch wieder in grauer Schrift gehalten. Den Geldbeutel des Users wird´s freuen, die heimische Tintenindustrie dagegen in den Ruin treiben :-) . Ein ganz klein wenig ist aber nach meinem Gefühl der Witz und der Charme der ersten Handbücher aus Lou Betti´s Feder verschwunden – was aber der Qualität keinen Abbruch tut: Alles, was man sich über die Bonanza an Informationen erhofft hat, findet sich hervorragend aufbereitet wieder. Keine Frage, diese Manuals sind die Referenz in der Flusi-Szene.

Ja, wo ist denn das Config-o-Matic hin?
Wer schon einmal ein Dreamfleet bzw. Flight1 Produkt gekauft hat, der wird diese beiden Tools kennen: Text-o-Matic (T-o-M) verwaltet und erzeugt die Bemalungsvarianten, Config-o-Matic ist für die Konfiguration der Maschine zuständig. Bei der Bonanza nun heißt es das erste Mal Abschied nehmen von der klassischen Konfigurationslösung außerhalb des Flusi: Config-o-Matic hat ausgedient, lediglich das To- M ist noch als Menüeintrag vorhanden, zum Einsatz kommt wie bereits bei der B727 die neue „aufgewertete“ Version von T-o-M. Benutzer, die nach der Installation dieser neuen Flieger noch ein älteres Flight1/Dreamfleet Flugzeug installieren, sollten daher aufpassen, dass ihnen nicht T-o-M durch eine ältere Version überschrieben wird. Im Zweifelsfalle kann man auf der Webseite von Flight1 die neueste Version dieses Tools herunterladen.

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