Der FlightXPress-Leserflugtag –
ein Erlebnis!


Vom 26. bis 28. Mai trafen sich einige FlightXPress-Leser in Bremgarten, um einmal wirklich selbst zu fliegen - in Ultralight-Flugzeugen des Typs C-42. Es war ein Erlebnis....

Der Copilot, mit dem ich in einer Arrow nach Bremgarten fliegen wollte und der die Maschine reserviert hatte, mußte kurzfristig absagen. Am Flughafen stand dann statt der Arrow eine Cessna 210, für die mir die Flugberechtigung fehlt. Auf der folgenden Autofahrt nach Bremgarten wählte ich die zwar kürzere, doch zeitmäßig längere Strecke, fand dann weder Bremgarten noch das Hotel in Eschbach, irrte umher und verpasste damit den gesamten Begrüßungsabend. Am nächsten Morgen streikte mein Wecker (oder mein Gehör) und als ich endlich aus dem Fenster sah, war der Himmel nach wochenlangem Schönstwetter wolkenverhangen und es regnete. Na bravo! Das war ein Start zum zweiten FlightXPress-Leser-Event. Was da wohl noch alles schief laufen würde, fragte ich mich frustriert und schwerst beunruhigt. Um es kurz zu machen – NIX!

Grinsende Gesichter empfingen mich im Schulungsraum des Airservice Dreiländereck am Flugplatz Bremgarten. Die Story mit der falschen Maschine hatte sich schon herumgesprochen – ich hatte Heinz Korella natürlich am Tag vorher von unterwegs kurz angerufen – und man verzieh mir sowohl die Absenz am Ankunftsabend, als auch mein morgentliches verspätetes Erscheinen zum Unterricht, den ich nun mit meiner kurzen Begrüßung störte.

Ja, Unterricht. Denn auch mit Fluglehrer kann man, ohne zumindest ein paar Grundkenntnisse, nicht fliegen. Wolfram Walter, Heinz Korellas Partner, hielt den „Crashkurs“. Er hielt ihn bravourös; packte jede Menge wichtiger und interessanter Facts (was ich als PPL-Inhaber nicht alles schon wieder „verschwitzt“ hatte!) in die kurze zur Verfügung stehende Zeit und beantwortete mit Freude die vielen fachlich versierten Fragen, sichtlich über die Vorkenntnisse, die die Teilnehmer aufwiesen, angetan. Er war es schließlich, der widerwillig auf das Ende drängen musste – schließlich sollten (und wollten) wir fliegen und vorher wartetedas Mittagessen.

Die C-42 ist ein wirklich nettes Ding! Obwohl Ultralight, sieht sie doch schon aus wie ein wirkliches Flugzeug. Erst wenn man näher kommt, bemerkt man, daß der Rumpf aus GFK (Glasfaser verstärkter Kunststoff, wie er auch bei modernen Booten Verwendung findet) ist und die Tragflächen – wie in den Ursprüngen der Fliegerei – stoffüberzogene Spanten sind. Allerdings hat sich der „Stoff“ geändert – ein unfassbar Widerstandsfähiges und dabei leichtes Material ersetzt das impregnierte Leinen früherer Tage. In Gruppen eingeteilt erklären uns Heinz und sein Team Einzelheiten der C-42 und dann – das Wetter hatte inzwischen eingesehen, daß es uns nicht abhalten kann und sich auf angenehmen Sonnenschein, wenig Wolken und kaum Wind geändert – geht es endlich in die Luft.

Wie fliegt sich nun so ein, mit 260Kg (Leergewicht) leichtes, mit 80PS gerade einmal wie ein besserer Kleinwagen motorisiertes „Kunststoffding“? Leicht und angenehm! Sobald ich mich an die Steuerung mittels „Joystick“ in der Mitte der Maschine gewöhnt hatte – was überraschend schnell der Fall war –, vergaß ich schnell, daß das, was ich da flog, ein UL war. Die Per-formance erinnerte durchaus an eine Cessna 150. Nur Rundumsicht, das Platzangebot in der Maschine und die Steigleistung waren – besser! Und zu landen ist die C-42 auch einfacher. Flugvergnügen pur! Entsprechend groß war die Begeisterung bei allen Teilnehmern, ließ doch rasch der Stress des ersten Fluges nach und wich jenem Hochgefühl, das man verspürt, wenn man ein Flugzeug selbst steuert. Und abends, beim „Fachtratsch“ und dem verdienten Bierchen, schwärmten wir alle vom C42-Flugerlebnis und freuten uns auf den zweiten Flug am nächsten Vormittag. Da standen die zweiten Flüge am Programm. Alles ging ebenso klaglos und erfreulich über die Bühne wie am Vortag und Fachgespräche über Fliegen und Flugsimulation, neugieriges Begutachten der verschiedenen Maschinen im Hangar und auf dem Apron verkürzten die Wartezeit bis man an der Reihe war, sich in die Luft zu erheben.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging das FlightXPress-Leser-Flugwochenende seinem Ende zu. Es war ein Erlebnis. Darüber waren sich alle Teilnehmer einig und wir beschlossen an Ort und Stelle, den Event im nächsten Jahr zu wiederholen. Bis dahin werden einige der Teilnehmer wohl schon ihren UL-Schein gemacht haben...
Guido Fritdum

P.S.: Unter "Downloads aus Ausgabe 4/2000" findet sich ein Verzeichnis "Leserflugtag Bremgarten". Darin sind 29 Bilder, die Ralf Wulsdorf in Bremgarten gemacht und mir als CD übermittelt hat, enthalten. Weiters finden sich eine Zahl von Bildern, die Eduard Becker geschossen hat und die ich für die Teilnehmer digitalisiert habe.

Wer also einige Erinnerungsfotos an den Leserflugtag haben möchte: Downloaden!