| Yak-18t – Russlands verhinderter
Exportschlager -
Was Alexey Yuzefov, George Sukhykh, Alexander
Aphonin, Dmitriy Shevtsov und Mike
Maarse da aus dem Ärmel gezaubert haben, ist
schwere Kost – das sei gleich zu Anfang mal
gesagt. Dieses Flugzeug ist in beiden Welten – real und im Simulator – eindeutig nichts für
Anfänger, denn die realistische Bedienung
grenzt an Masochismus, bietet sie dem interessierten
und hoffentlich erfahrenen Simmer
doch einen Workflow im Cockpit, wie er sonst
nur bei komplexen Airlinern auftreten mag.
Wer sich schon einmal an russische Airliner
herangewagt hat (ich gehöre nicht zu
diesen Teufelskerlen), wir d wissen, dass in
diesem Land die Begriffe Ergonomie und
Design zugunsten stumpfer Funktionalität
auf der Strecke bleiben. Und würde der Faktor
Luftwiderstand nicht eine gewisse Stromlinienförmigkeit
aufzwingen, wären russische
Flugzeuge genauso eckig und kantig wie russische
Armbanduhren, russische
Autos und russische Ecken und
Kanten! Eine erfreuliche Ausnahme
bietet da die Yak-18t mit ihren
Rundungen – äußerlich auf jeden
Fall sehr untypisch.
Das amerikanische PILOT-Magazin
schrieb im Dezember 2001 über diese Maschine: „Diese
Flugzeug vermag es, die Rauheit
und Ladekapazität einer Beaver,
Landeeigenschaften einer Maule,
das zahme Handling einer Cessna
172 und die aerobatischen Fähigkeiten
einer Stearman zu vereinen!“ Tauscht
man das eher sehr spartanisch gehaltene
Enterier gegen ein edles Set aus
dem Hause Conolly, gewinnt die
Yak-18t sogar ein wenig vom
Charm e einer Staggerwing, so
die Zeitschrift. Das macht natürlich
neugierig, und schnell ist
das Paket herunter geladen und
installiert…
Außenmodell
Siehe oben. Das Flugzeug
präsentiert sich mit ungewohnt
weichen Zügen und schaut auf
den ersten und zweiten Blick gar nicht aus
wie ein Russe. Zahlreiche Details erfreuen
das Auge des Simmers und machen bereits
Appetit auf den Innenraum. Gleich fünf
verschiedene Bemalungen werden „ab Werk“
mitgeliefert, weitere stehen im Internet auf
den einschlägigen Downloadseiten kostenlos
zur Verfügung. Für Verwunderung sorgte bei
mir der Eintrag „SM-92“ im Auswahlmenü,
denn auch ein weiteres Modell war im Paket
enthalten. Bei der SM-92 handelt es sich
aber um einen Hochdecker mit Spornrad,
also um ein gänzlich anderes Flugzeug, statt
um das s o genannte Exportmodell. Ein wenig
Recherche im Internet sowie ein Blick auf
die Lackierung des fraglichen Modells ergab
schließlich, dass man sich wohl vertan hatte, denn auf dem Flugzeug prangt in großen
Lettern die Aufschrift „SM-94“, welches die
richtige Bezeichnung des Exportmodells ist.
Die Unterschiede zwischen der SM-94
und der „normalen“ Version sind in der
Realität teils sichtbar, teils unsichtbar – so
schlummert beim Exportmodell zum Beispiel
ein stärkeres Aggregat unter der Cowling. Äußerlich fällt beim realen Vorbild vor allem
die aerodynamische Verkleidung der Propellernabe
auf, und beim zweiten Hinsehen
bemerkt man die größeren Cockpitfenster, die
die Sicht erheblich verbessern. Letzteres vermisst
man leider beim Simulatormodell, denn
hier sind die Cockpitfenster aller Maschinen
gleich. Beim Entwicklerteam war man über
diese Feststellung überrascht und wohl auch
verärgert, denn ein derart offensichtlicher
Fehler ist auch bei einem Freeware-Produkt
ein wenig ärgerlich.
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