Lange Landebahnen und wuchtige Terminals
scheuen sie. Komplexer Technik vertrauen
sie nicht. Und die Funksprüche der Fluglotsen
würden sie am liebsten überhören. Es sei
denn, sie stecken irgendwo in einer Wolke und
wissen nicht mehr raus. Buschpiloten sind
wahrlich genügsame Naturen. Viel brauchen
sie nicht: eine rüstige, beinahe unkaputtbare
Flugmaschine, wilde und unberührte Natur
unter den Flügeln, ein paar schmale und
holprige Airstrips oder einen Steg auf einem
stillen See zum Andocken; einen Schuppen
für die Nacht, eine Tasse heißen Kaffees
wäre nicht schlecht und natürlich eine gute
Ausrede, um sich vor dem Computermonitor
zurückzuziehen und die Partnerin vor dem
Fernseher allein zu lassen. „Schatz, ich muss
eine Ladung Räucherlachs bei Shorty abholen.
Bin gleich wieder da!“
Denn die Freight Dogs, die fliegenden
Schlittenhunde, warten schon.
Das neue Produkt von Aerosoft Online
liefert gewissermaßen alles, was das warme
Herz eines Buschpiloten sich wünscht: Zwei
erprobte Flugzeuge, vier Szenerien von
verwunschenen Landeplätzen, zwei Marinas
für Wasserflugzeuge, etliche Quadratmeilen
scharfkantige Berge zwischen Alaska und
Kanada und schließlich eine Menge Frachtaufträge
und Hektik. Käufer von
Freight Dogs dürfen zudem den
Flight Calculator, eine Nachbildung
eines gängigen Pilotentaschenrechners
(siehe FlightXPress
10/2004), kostenlos per
Download beziehen. Aerosoft
Online hat also ein randvolles
Paket zusammengeschnürt, man
könnte es als Fliegerurlaub all
inclusive betrachten.
Die Installationsdatei bringt
knapp über 100 MB auf die Waage,
der Download nimmt daher entsprechend
viel Zeit in Anspruch. Eine Version auf CD
wurde jedoch bereits angekündigt.
Die Installation erfordert – wie üblich bei Aerosoft Online – Ben utzername, Passwort, Freischaltcode
und eine funktionierende
Internetverbindung, um
das Produkt zu aktivieren.
Das ist bewährt
Die Flugzeuge sind zwei altbekannte
Lastesel aus der Produktpalette
von Aerosoft: die
DHC-2 Beaver in den Versionen
auf wuchtigen Niederdruckreifen
und auf amphibischen Schwimmern
sowie die Beech D-18. Dabei handelt es
sich um optisch ansprechende,
funktional leider nicht vollständig überzeugende Produkte, über die FlightXPress jeweils
in den Ausgaben 09/2004 und
02/2006 berichtete. Erfreut
zumindest die Beaver mit ausgezeichneten
Flugdynamiken, legt
die Twinbeech ein eher unrealistisches
Flugverhalten mit viel
zu starker Motorisierung an den
Tag. Dieses Flugzeug ist zudem
mit den Klängen der standardmäßigen
DC-3 ausgestattet. Das
Rumpeln der Motoren mag passen, aber wenn
man die elektrischen Landeklappen betätigt,
hört man die Pneumatik schwer zischen. Ein
Stilbruch.
Erwartungsgemäß enthält Freight Dogs nur
abgespeckte Versionen der ursprünglichen
Add-ons, die keine zusätzlichen Instrumentenbretter
und Ausstattungen anbieten.
Beigefügt sind jeweils zwei Varianten und
zwar eine der Livreen aus dem Vollprodukt
und eine rote Bemalung in den Farben der
fiktiven Fluggesellschaft Freight Dogs. Bedauerlicherweise
ist diese grelle Lackierung
dem unbekannten Repainter nicht ganz gelungen.
Vermutlich werden selbst ästhetisch
unbedarfte Buschpiloten mit den anderen,
schöneren Varianten Vorlieb nehmen. Übrigens:
Nichts verbietet es, im Internet frei
zugängliche Repaintings für die Vollprodukte
und auch für die Light-Versionen von Freight
Dogs zu verwenden.
Lesen Sie den gesamten Artikel in der aktuellen Ausgabe von FlightXPress
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