Flylogic Patrouille Suisse
Ein Bericht von Urs Wildermuth

Kunstflugstaffeln gehören seit vielen Jahren zu den Höhepunkten jeder Luftfahrtshow. Legenden wie die Red Arrows, die Blue Angels, Thunderbirds, Frecce Tricolori, Karo As und viele andere bestätigen dies immer wieder auf phantastische Weise. Das Fliegen in einer solchen Staffel ist der Höhepunkt mancher Militärpilotenkarrieren.

1964 beschloss die Schweizer Luftwaffe, ebenfalls eine solche Kunstflugformation ins Leben zu rufen. Für die Expo 64 wurde eine Doppelpatrouille Hawker Hunter zum Demonstrationsdienst abkommandiert, sie war ein voller Erfolg. In der Folge entwickelte sich aus der improvisierten Erstauflage eine professionelle ständige Kunstflugstaffel, die schließlich 1978 in Frankreich ein internationales Debüt gab. Durch Filme wie „Supercanard“ und ihre hochpräzisen Vorführungen im In- und Ausland wurde die Patrouille Suisse als eine der besten Staffeln Europas bekannt.

Seit 1995 fliegt die Patrouille Suisse mit sechs F5 Tiger Kampfflugzeugen, die speziell für diese Aufgabe bemalt sind. Unter dem Kommando von Lt.Col. Daniel Hösli absolviert das Team jedes Jahr ein anspruchsvolles Programm der internationalen Spitzenklasse. Erst kürzlich widmete das Schweizer Fernsehen der Staffel einen abendfüllenden Spielfilm „Anjas Engel“, der mit atemberaubenden Flugaufnahmen ein weiteres Kapitel dieser Staffel schrieb.

Vor einiger Zeit traf ich auf einem Flugmeeting den Speaker der Patrouille Suisse, Mario Winniger, ein alter Arbeitskollege und heutiger Flugverkehrsleiter. Er sprach mich auf die Möglichkeit an, die Patrouille Suisse für den Flugsimulator umzusetzen. Ich verwies ihn damals an Alex Brander von Flylogic, der auch sofort Interesse zeigte. Nie im Leben allerdings hätte ich mir träumen lassen, welche Ausmaße das Projekt schlussendlich annehmen würde. Ich hörte nichts mehr davon, bis ich im November an einer kleinen Flusishow in Hergiswil einen kleinen Film zu sehen bekam, der mir schlicht den Atem verschlug. Das Flylogic Team hatte die Herausforderung angenommen und es sah ganz danach aus, als ob ihnen hier eine echte Sensation geglückt sei. Einige Nachfragen bei Alex Brander brachten Erstaunliches zu
Tage.

Die große Herausforderung dieses Projektes ist natürlich der Formationsflug in der Staffel. Die einzige Möglichkeit, wie dies im Flusi heutzutage möglich ist, ist es, dynamische Szenerie einzusetzen. Der Aufwand dafür ist allerdings gigantisch. Kurt Stöckli, Hausdesigner des Teams, stand vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Patrouille Suisse Leute und mit Genehmigung von Verteidigungsminister Schmid jedoch wurde es möglich, dass Stöckli die digitalen Flugdaten des Verbandsleaders Daniel Siegenthaler und des Solopiloten Marcel Mühlethaler des Trainings vom 11. April 2005 über Wangen Lachen zur Verfügung gestellt wurden. Diese digitalen Daten konnte Stöckli in minutiöser Arbeit in dynamische Szenerie umsetzen, was bedeutet, dass diese sich 100% genau so verhält, wie es die echte Staffel getan hat. Allein dies stellt technologisch eine noch nie dagewesene Sensation dar!

Im Januar erhielt ich dann eine Gold Beta, zusammen mit dem Vorabdruck des Manuals. Das Produkt enthält alle 6 Tiger Kampfflugzeuge mit individuellen Texturen und Panels. In jedem Flugzeug kann dazu der entsprechende Pilot aufgerufen werden, Daten und Photo werden angezeigt. Dazu kommt eine Szenerie der Homebase Emmen von Jef- frey Stähli, die ausgezeichnet gelungen ist und ein wirklich umfangreiches Handbuch.

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