Eaglesoft Cirrus 22SR-2G
Der Mini-Airbus

Der beste Ersatz für Hubraum ist noch mehr Hubraum. So lautet das ungeschriebene Glaubensbekenntnis aller Motorsportarten und der Luftfahrt sowieso. Unermüdlich versuchen Techniker, größere Motoren in derselben Zelle einzubauen, wenn alle anderen und billigeren Mittel der Leistungssteigerung erschöpft wurden. So auch bei Cirrus Design. Ihre populäre SR20 ist ein gutes und beliebtes Flugzeug, aber ein bisschen mehr Zug wäre nicht schlecht. Die Ingenieure in Duluth (Minnesota) haben daher ein dickeres und muskulöseres Triebwerk in die zierliche Flugzeugnase eingepfercht. Daraus ist das Modell SR22 entstanden. Äußerlich verraten nur kaum wahrnehmbare Hinweise die hinzugewonnene Kraft. Im Flug ist es anders, den Unterschied merkt man sofort. Der Continental IO-550-N zieht das lauffreudige Maschinchen auf Reisegeschwindigkeiten von 180 KTAS, ohne dabei zu schwitzen. Eine erstaunlich gute Marke für einen Viersitzer mit starrem Fahrwerk.

Es lag also für Eaglesoft Developing Group nahe, dasselbe mit ihrer Nachbildung der SR20 für FS2004 zu exerzieren, die in FlightXPress 10/2005 besprochen wurde. Ihre nun erschienene Cirrus SR22-G2 ist da und bezeugt: etwas Gutes ist schneller geworden.

Glatte Schönheit:
Installiert wird das Add-on mit dem bekannten System von Flight1, das eine vorhandene Internetverbindung für die Online-Überprüfung der Kundendaten erfordert. Aus den 45 MB des Downloads werden ca. 255 MB entpackt und automatisch in die richtigen Verzeichnisse kopiert. Üppig ist die Dokumentation mit Kopien (als PDF-Datei) der Originalhandbücher der Avionik von Avidyne, Garmin und S-Tec. Ferner ist eine Beschreibung des Panels beigelegt. Eine allgemeine Einführung zum Flugzeug fehlt, es wird jedoch auf die offiziellen Flughandbücher der SR22 verwiesen, die man von der Cirrus-Homepage holen kann.

Das Modell wird in den fünf aktuellen Farbvarianten einschließlich der GTS-Version mit luxuriöser Innenausstattung in schwarzem Leder installiert. Für das Innenmodel bieten die Entwickler verschiedene Cockpitkonfigurationen (nur 2D-Panel, nur Virtuelles Cockpit, beide Cockpits und ein Panel für Reality XP-Avionik), die jedoch fest mit den Farbvarianten verknüpft sind. Wer mit dem Farbmodell „Sky“ fliegen möchte, muss sich zum Beispiel mit dem Virtuellen Cockpit allein begnügen. Dies kann man zwar in der AIRCRAFT.CFG per Hand ändern, ein kleines Konfigurationsprogramm wäre aber kundenfreundlicher gewesen.

Wie bei der SR20 hat Eaglesoft auch diesmal eine sehr schöne, nicht leistungshungrige Reproduktion des kurvenreichen und glatten Kunststofffliegers gestaltet. Auf demselben Niveau sind die Spezialeffekte wie das auf dem Boden wartende Reisegepäck, die Bremskeile vor den Rädern, die Hülle des Pitot-Rohrs und die Klappe für die Überprüfung des Ölstandes. Auch der Pilot kann auf Wunsch entfernt werden. Alle diese Effekte werden auch bei der SR22 durch ein besonders praktisches Sub-Panel gesteuert.

Dieses Muster genießt ebenfalls die doppelte Sicherheit eines Rettungsfallschirms für das ganze Flugzeug, des CAPS (Cirrus Airframe Parachute System). Wie beim realen Vorbild wird er erst ausgelöst, wenn man eine Abdeckung an der Kabinendecke entfernt, einen Sicherheitsstift herausgenommen und einen Hebel nach unten gezogen hat. Dann schwebt das Flugzeug sachte und sicher auf Mutter Erde zurück. Damit die Prozedur nicht wie eine wilde Brakedance-Einlage, sondern wie ein eleganter Walzer aussieht, sollte man zuerst die Fahrt auf das Minimum reduzieren, die Flaps voll herausfahren, das Triebwerk abstellen und das Höhenruder gezogen halten.

Lesen Sie den gesamten Bericht in der aktuellen Ausgabe von FlightXpress