Nachdem ich letzte Ausgabe ausführlich über die geographischen Besonderheiten und über den Localizer DME East Approach berichtet habe, möchten wir uns in diesem Artikel etwas weiter in die Innsbruckmaterie hineinbegeben. Ich habe auch dieses mal wieder Gerhard zu mir in das Flight Training Device der Dash 8-300 eingeladen, um mit ihm gemeinsam ein paar der Innsbruckverfahren abzufliegen und sie für ihn zu kommentieren. Dieses Mal wollen wir uns dem LOC DME WEST Approach widmen sowie den Abflugstrecken, die uns sicher an den Bergen vorbei in größere Flughöhen führen. Wie bereits im Teil 1 bemerkt wurde, spielt die
Performance
des Luftfahrzeuges eine wesentliche Rolle, wenn man zwischen den Bergen herumkurvt. Und auf diese Performance wollen wir immer wieder zurückgreifen. Sie ist Überlebensgrundlage im Instrumentenflug, sämtliche Berechnungen für das maximal erlaubte Start und Landegewicht hängen von unzähligen Faktoren ab. Einige werden sich wahrscheinlich fragen, warum diese Berechnungen gerade in Innsbruck so wichtig sind und auf anderen Flugplätzen nicht.
Nun, wichtig sind sie überall. Jedoch, wenn die Procedure Designer die An- und Abflugstrecken berechnen, müssen sie sich an gewisse Vorgaben halten (Pansops). Gleichzeitig muss der Flugzeughersteller sicherstellen, dass das LFZ gewisse Leistungsanforderungen erfüllt. Damit ist gewährleistet, dass mit dem LFZ die Instrumentenverfahren, die gemäß dieser Standards berechnet wurden, auch ohne größeren Aufwand abgeflogen werden können. Ich komme später noch auf die Details zurück. Innsbruck ist in jeder Hinsicht Non-Standard. Und daher erfordert es etwas mehr an Arbeit, bis man tatsächlich die Flugvorbereitung als erledigt ansehen kann.
Approachbriefing
Gerhard und ich befinden uns gerade über Kühtai in 13.000 ft in der Warteschleife. Beim durchgeführten Approachbri efing habe ich nochmals die Highlights des Anfluges erwähnt. Das Interceptieren des Localizers, den steilen Sinkfluggradient von bis zu 11,5%, die Minimum Descent Altitude von 3700ft (typenspezifisch für die Dash 8 berechnet, normalerweise 5000ft), Fehlanflugverfahren (Missed Approach), die Wetterminima für ein Circling und entsprechende Verfahren. Wir setzen den OEJ Localizer mit Inbound Track 068°. Am ADF ist KTI NDB gesetzt und AB Locator ist voreingestellt. Am Holding Inbound Leg beginnen wir mit einem Sinkflug auf 11500ft. Wir haben das Wetter auf CAVOK gestellt, damit Gerhard einen Eindruck von der Nähe zu den Bergen und vom ungewöhnlichen Anflugwinkel bekommt.
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