Sim-Zone, ein Full Flight
Simulator für jedermann

Einmal einen „echten“ Simulator steuern, das Feeling der Motion Plattform fühlen und mit der Gewissheit nach Hause gehen, ein „echtes“ Flugzeug geflogen zu haben, das ist der Wunschtraum vieler PC Piloten. Bislang gab es diverse Angebote für die Simmer, alle hatten sie eines gemeinsam, sie waren ziemlich teuer und in den Möglichkeiten recht eingeschränkt. In Hattersheim, in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Rhein- Main Airport, existiert nun eine weitere Möglichkeit, diesen Traum zu erfüllen. Dies in der Form eines MD 81 Simulators, der von der Firma Sim- Zone betrieben wird.

Der Simulator selber ist ein CAE Produkt und wurde in den 80er Jahren gebaut. Er war zunächst bei Swissair im Einsatz und diente dort zur Umschulung und Ausbildung der Piloten auf die damals neue MD80 Flotte. Diese Tatsache ist auch heute nach erkennbar, da der Simulator im damaligen Schokobraun der Swissair bemalt und auch das Kennzeichen HB-INC besitzt, der ersten an Swissair ausgelieferten MD80. Werner Walser beschreibt die Einführung dieses Simulators in seinem mittlerweile vergriffenen Buch „Eden und Kerosin“.

1993 kaufte die Swissair einen neuen MD83 Simulator und der hiesige wurde an Schreiner Aviation in Brüssel verkauft, wo er einige Jahre im Einsatz stand und schließlich abgebaut und eingelagert wurde. Dort wurde er von Ethan Arnold, einem Elektronikfachmann aus Frankfurt, entdeckt und erworben, nach Deutschland transportiert und in mühseliger Kleinarbeit wieder funktionsbereit aufgebaut. Dies war vor allem deswegen sehr mühsam, da die Dokumentation alles andere als vollständig war und das Projekt bei den etablierten Training Centers, die alle auch CAE Simulatoren betreiben, gar nicht gern gesehen wurde. Dies macht bis heute unter anderem die Ersatzteilbeschaffung sehr schwer, vieles kann nicht repariert oder überprüft werden, da Werkzeuge und Prüfgeräte nicht zur Verfügung stehen.

Umso beachtlicher ist es, dass Arnold und sein Team den Simulator wieder zum Laufen bekommen haben. Mit wenigen Abstrichen, so einigen Instrumenten, der Heizung der Kabine und einigen Modi des HIVIS II Sichtsystems ist der Sim eigentlich wieder vollumfänglich hergestellt und kann von jedermann gemietet werden. Seit ich von dem Projekt erfahren hatte, war es mir ein Anliegen, diesen Sim testzufliegen und herauszufinden, was es damit auf sich hat. Ich wollte die Gelegenheit aber nutzen, um ein professionelles Programm abzufliegen und den Trainingswert des Simulators zu ergründen, dies auch im Hinblick darauf, möglicherweise späteres Training von Aviatikpersonal und Simmern auf dem Gerät durchzuführen.

Im Dezember schließlich ergab sich die Möglichkeit. Sandra, eine Arbeitskollegin von mir, die in einer Fachgruppe mit mir zusammenarbeitet, war in einem Kurs nahe Frankfurt und so beschlossen wir, eine Session bei Sim Zone zu buchen. Thomas, ein weiterer Kollege aus der Gruppe und meine Frau Ina waren ebenfalls mit von der Partie, als wir vom Taxifahrer vor der Halle von Sim Zone abgesetzt wurden.

Ziel der Session war es, den Teilnehmern eine Einführung in das Führen eines Jets zu geben und auf diese Weise die Tauglichkeit des Simulators anlässlich eines echten Trainingsprogramms zu erproben. Von den Teilnehmern hatte nur einer eine PPL Lizenz, die beiden anderen keine Flugerfahrung. Außerdem sollten alle Anflüge auf den Flughafen Zürich demonstriert werden, also die ILS Nordanflüge sowie die VOR Anflüge auf Piste 28 und 34. Als Vorbereitung erhielten die Teilnehmer Auszüge aus dem AOM der MD80 sowie meine Anleitungen aus dem Handbuch des AS2, wo dieser Typ ja vorkommt, alles in allem 200 Seiten Material.

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