| McDonnell
Douglas, einst großer Rivale von Boeing und mit Modellen
wie der DC3 bis heute im Andenken von Zivilluftfahrtenthusiasten
gegenwärtig, ging traurigerweise längst im Firmenkonsortium
des ehemaligen Konkurrenten aus Seattle auf. Das letzte zivile
Modell von McDonnell Douglas fristet als Boeing 717 ein Nischendasein,
basiert aber immer noch in Teilen auf der einst so erfolgreichen
DC-9 Serie, die als MD80-87 bei vielen Fluglinien über lange
Jahre hinweg ihren Dienst als Kurz- und Mittelstrecken Arbeitspferd
verrichtete und dabei in der Gunst des Publikums angeblich weit
über den Modellen Boeing 727 und 737 rangierte.
Diese Aussage wenigstens findet sich in der Dokumentation
zur Flight1 Super 80, in welcher auch ein wenig Licht in die etwas
verwirrende Namensgebung des Musters gebracht wird. Flight1 gab
mit dem eigentlich überraschend en
Erscheinen seiner MD Super 80 auch den Anstoß für diesen
FlightXPress MD-Schwerpunkt, denn plötzlich rückten
auch die einstmals richtungsweisende Simulation MADDOG von LAGO
und deren mit professionellem Anspruch auftretendes Pendant MDMAX
in den Blickpunkt. Also wollten wir wissen, wo Flight1 mit seinem
zweifellos modernen Konzept steht, wie sich "Altmeister"
MADDOG behaupten werde und ob der Anspruch, den MDMAX an den Tag
legt, die professionellste Umsetzung einer MD-Simulation zu sein,
gehalten wird.
In diese MD- Renaissance platzte dann auch noch die Ankündigung von Eaglesoft, eine MDReihe releasefertig zu haben, allerdings erhielten wir auf unsere Anfrage bis heute keine Antwort und es wäre auch aus Platzgründen unmöglich gewesen, auf diese Modelle mehr als einen ganz flüchtigen Blick zu werfen. Vielleicht klappt es ja in der nächsten Ausgabe, wo wir der neuen Cirrus SR22 ohnehin auf die Flügel schauen werden, auch über die MDModelle von Eaglesoft zu berichten.
Das Wesentliche, nämlich das Flugverhalten und die Systemsimulation, wird sich Roland Wukovits vornehmen, den FXP Lesern durch seine Airbus A340 Review in der FXP 6/2004 bestens bekannt (sein kostenloses Programm zur Berechnung der korrekten Startleistung und Klappenstellung für den Airbus ist auf unserem Server nach wie vor im Downloadbereich zu finden, seine Instruktorstation stellten wir in der FXP 5/2004 vor und werden die an Verbesserungen reiche aktuelle Version demnächst hier beschreiben), denn ehe Roland im bequemen Airbus Cockpit Platz nehmen konnte, führte ihn sein Weg nach vorne links (derzeit noch rechts) über das vergleichsweise unaufgeräumte Cockpit der Austrian Airlines MD-80 Flotte.
An den Testtagen hier in der Redaktion, an denen
ich ihm über die Schulter schauen durfte und wir teilweise
parallel an zwei Rechnern die d rei
MDs verglichen, wechselte meine Funktion ständig zwischen
Cateringverantwortlichem, personalisiertem Diktiergerät,
naivem Beobachter und heimlichem Bewunderer. Was den Unterschied
zwischen unkoordiniertem Betrachten der Anzeigen und zweckmäßigem
Instrumentscan ausmacht wurde mir ebenso vor Augen geführt
wie der Umstand, dass Real Life Piloten erstaunlich tolerant in
ihrem Umgang mit der simulierten Wirklichkeit eines Verkehrsflugzeuges
sind. Klar, viele Fehlfunktionen wurden bei Roland schon durch
die korrekte Bedienung vermieden, und wenn doch was aus dem Ruder
lief, wurde es mit schneller Analyse und wenigen Routinehandgriffen
wieder in Ordnung gebracht. Auch werden viele Bereiche, die sich
unter reinen Simulationspiloten mitunter zu akademischen Haarspaltereien
aufschaukeln, in der Praxis viel trockener abgehandelt. Der treffende
Kommentar zum korrekten Pitch im Steigflug zum Beispiel war: "Nach
dem Abheben haben wir auf etwa 20 Grad gezogen und dann geschaut,
was noch geht!" (Bei relativ leerem Flugzeug, besonders bei
der MD87, war das dann auch erheblich mehr!)
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