Vollkommen british
Spitfire XJV von RealAir Simulations

Spitfire, das ist ein Stück Legende. Und wie jede gute Legende beginnt auch diese mit dem üblichen Satz: Es war einmal. Es war einmal ein junger, ehrgeiziger Mann, der hieß Reginald J. Mitchell. Er wollte das beste Jagdflugzeug seiner Zeit bauen. Ganz unerfahren war er nicht, denn er hatte schon welche für seinen Arbeitgeber Vickers Supermarine gebaut. Es waren aber fast alle ziemlich dicke, behäbige Wasserflugzeuge. Sie ähnelten mehr einem Drahtknäuel als einem schnittigen Flitzer für den Luftkampf. Sicherlich, er hatte auch ein paar Rennmaschinen zusammen gezimmert. Und diese gewannen wichtige Pokale wie den Schneider-Wettbewerb für Wasserflugzeuge. Aber ein hibbeliger heißer Ofen, der nicht mal Landeklappen hatte, war etwas ganz anders als ein zuverlässiger, robuster Jäger. Also niemand schien Reginald wirklich ernst zu nehmen, als Supermarine sich entschloss, ein Jagdflugzeug zu bauen.

Es hatte sich nämlich begeben, dass das Königreich ganz dringend neue Schlachtrosse für seine fliegenden Ritter brauchte. Denn am Horizont braute sich schon der nächste Krieg zusammen und der König und seine Minister mussten mit Schrecken feststellen, dass ihre Flugmaschinen wenig taugten. Also wurden alle Flugzeugbauer des Königreichs eingeladen, ihre besten Entwürfe vorzustellen. Auch Reginald machte mit und präsentierte einen großen, schweren Eindecker mit starrem Fahrwerk. Einer der Geschäftsleiter nannte es inoffiziell „Spitfire“. Das bedeutet so viel wie Feuer spuckender Drache, aber damit meint man gewöhnlich einen cholerischen Menschen. Reginald gefiel der Name nicht, aber was ein Chef sagte, war damals Gesetz. Und nun probten die Piloten des Königs das Flugzeug. Oh, wie schlecht es flog! Zu langsam und zu träge war es. Die Piloten wollten es nicht haben und stiegen lieber in einen Doppeldecker ein, den Hawker Gladiator. Reginald nahm sein Flugzeug mit nach Hause und setzte sich wieder an den Zeichentisch.

urz darauf suchte der König wieder ein neues Jagdflugzeug, denn die Gefahr eines Krieges war viel größer, als zuerst gedacht. Wieder durften die besten Flugzeugbauer des Landes ihre Entwürfe vorzeigen. Aber diesmal nahm Reginald nicht teil. Er blieb lieber zu Hause und tüftelte weiter an seiner Maschine. Die Piloten wählten diesmal die Hawker Hurricane als das beste Jagdflugzeug aus.

Aber dann war die Gefahr eines Krieges ganz groß. Alle wussten, dass er sehr bald ausbrechen würde. Und noch mal suchten der König und seine Minister händeringend viel, viel bessere Flugzeuge. Diesmal präsentierte Reginald eine ganz neue Maschine. Die Spitfire war sehr schlank geworden und sehr wendig. Sie hatte einen ganz neuen Flügel und einen viel kräftigeren Motor. Und als die Piloten das Flugzeug probten, waren sie völlig entzückt. So gut flog es! Sie nahmen es an und kämpften damit wie die Teufel. Das alles konnte aber Reginald nicht mehr erleben. Denn er war mit gerade 43 Jahren schon recht früh gestorben. Aber in unendlich vielen Abenteuern zeigte die Spitfire, was für ein hervorragender Jäger sie war. Sie war so gut, dass sie viel länger als alle anderen Kampfflugzeuge des Zweiten Weltkrieges gebaut wurde. Es war das einzige, das schon vor dem Ausbruch und auch nach dem Ende ununterbrochen in Produktion war. Die Spitfire, das war und ist eine Legende.

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