Eisenbahn.exe Professional 3.0

Schon länger existiert der Modelleisenbahn- Simulator „Eisenbahn.exe Professional“. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erschien die Version 3.0. In einer besonders schmucken Relief-Metallbox lag uns das Programm des Publishers „Trend“ als Rezensionsmuster vor. Nach dem Öffnen der sehr geschmackvollen Metallbox setzt sich der gelungene Eindruck fort. Und zwar zunächst in Form eines weit über 100 Seiten starken und durchgehend farbigen Handbuchs. Besonders die sehr liebevollen Zeichnungen gewinnen das Herz von Eisenbahnfreunden für sich.

Handbuch und Installation
EEP3.0 besteht lediglich aus einer CD, und bei der Installation trübt sich der positive Eindruck etwas ein. Denn der Windows-Dateischutz meckert: „Dateien, die zum Ausführen von Windows erforderlich sind, wurden mit unbekannten Versionen ersetzt“. Windows fürchtet um die „Systemstabilität“.

Nach schließlich geglückter Installation startet EEP3.0 und präsentiert einen komplexen Bildschirm mit sehr zahlreichen ICONS und großer, freier Fläche. Mit zahlreichen Werkzeugen und Optionen zur Kamerasteuerung erinnert die Oberfläche des komplexen Editors im entferntesten an 3D Studio oder den kleinen Bruder Gmax. Schnell wird deutlich, dass EEP3.0 nicht zwischen einem Anlagenbau- und einem Fahrmodus unterscheidet – der eine Bildschirm fungiert als Zentrale für zunächst einmal alle Anliegen, und ein übergeordnetes Hauptmenü existiert nicht. Entsprechend komplex sind die Möglichkeiten und entsprechende Einarbeitungszeit verlangt EEP3.0 – die dann aber eben durch das Handbuch angenehm versüßt wird.

Konzept
Genau hier könnte der interessierte Bahnfan begeistert oder enttäuscht werden. Denn EEP3.0 ist wirklich kein Eisenbahn-Simulator, sondern ein Modelleisenbahn-Simulator.
Nicht etwa existieren „Routen“ (MSTS) oder „Strecken“ (Zusi), sondern stattdessen „Anlagen“; eben wie jene unten bei fast jedem von uns im Keller. Solche Anlagen verfügen dann bei EEP nicht über wirklich realistische Gleisbilder: So mag eine typische Anlage jeweils bloß ein bis zwei Kilometer lang und breit sein, und trotzdem beherbergt sie auf diesem engen Raum problemlos 50 km Gleisstrecke.

Das Sammeln und Bauen von Anlagen steht klar im Vordergrund. Das alleinige Steuern eines einzigen Zuges aus der Führerstandsperspektive spielt nur eine Nebenrolle – wirkliche Führerstände existieren in der grafischen Darstellung auch nicht. Stattdessen werden die Züge – gerne auch viele gleichzeitig – über einfache Schieberegler bewegt. Zwar ist dabei teilweise etwa eine AFB angedeutet, Realismus etwa in Form verschiedener Fahrstufen bei E-Loks kennt EEP3.0 nicht. Signale sind vorhanden, Sicherungssysteme wie PZB oder LZB existieren aber nicht. Gleiches gilt für Schadensmodelle: Mit Höchstgeschwindigkeit auf den Prellbock stört also niemanden. Viel Wert legt EEP3.0 hingegen auf wirklich ausgereifte Konstruktionsmöglichkeiten – hier weiß das Programm zu beeindrucken!

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