| Wenn ein Krieg in der neueren Geschichte die Bezeichnung “Stellvertreterkrieg” mehr als alles andere verdient, dann ist dies der Koreakrieg in den Jahren 1950-53. Offiziell kämpften zwar die Truppen Nord- und Südkoreas gegeneinander. Doch beide Streitmächte wurden kräftig unterstützt – Nordkorea von China und etwas versteckter auch der Sowjetunion, Südkorea durfte auf Hilfe der UNO, vor allem der USA, bauen. Neben Einfluss und Macht ging es in diesem Krieg auch um neueste Technik, die von den Teilnehmern „endlich“ unter Einsatzbedingungen getestet werden konnte. Vor allem auf die Vorstellung der noch relativ frischen Düsenflugzeuge im Kampf war man in den Oberkommandos gespannt.
Auf kommunistischer Seite herrschte zuerst jedoch ziemliche Unsicherheit, ob die noch wenig kampferprobte Mig-15 in die Schlacht ziehen sollte, zumal die Bestände nicht gerade üppig waren und auch die Produktion nur schleppend voranging. Das Problem stellte sich für die UNO-Truppen zuerst nicht. Vor allem die US Air Force setzte noch auf Jagdund Angriffsmaschinen mit Propellerantrieb und ging erst zur Mitte des Krieges dazu über, die Bestände großzügig mit Jets zu bestücken. Als sich die Kommunisten schließlich durchrangen, doch ihr neuestes Steckenpferd auf das Schlachtfeld ziehen zu lassen, gab es auf Seiten der UNO lange Gesichter. Die betagten Propellerflugzeuge hatten der MiG-15 absolut nichts entgegenzusetzen. Der Düsenjäger übertraf sie alle in sämtlichen Punkten, war wendiger, schneller, besser bewaffnet und flog den UNO-Piloten sprichwörtlich davon. Bei den kommunistischen Genossen klirrten die Sektgläser, ihre MiG hatte sich als durchschlagender Erfolg erwiesen.
Ohne Zweifel hatten die Amerikaner nicht vor, derartige Schmach auf sich sitzen zu lassen. Ihr Testobjekt hieß F-86 Sabre, hergestellt von North American Aviation. Gewagt war auch dieser Schritt, schließlich war das Flugzeug erst seit 1949 in den Luftstreitkräften unterwegs. Doch der Mut sollte sich am Ende lohnen – die F-86 war das einzige Flugzeug des Koreakrieges, das es mit dem sowjetischen Gegner aufnehm en konnte. Allerdings hieß aufnehmen können nicht gleichzeitig technische Überlegenheit. Die Sabre war der MiG in einigen Punkten weiterhin nicht gewachsen und so nahm es nicht Wunder, dass die USA jedem gegnerischen Piloten, der mit seiner Mig-15 auf einem westlichen Stützpunkt landen sollte, 100.000 Dollar und politisches Asyl boten.
Den Verlockungen sollte schließlich ein nordkoreanischer Pilot nach Kriegsende erliegen. Den Showdown in Korea gewann auf technischer Seite letzten Endes klar die Mig-15. Dafür sorgten nicht so sehr die Eigenschaften und Daten des Flugzeuges, sondern auch, wie die Piloten mit ihm umgingen. In zahlreichen Quellen werden Chinas und Nordkoreas Piloten als furchtloser, aggressiver und unbekümmerter beschrieben, denen es ziemlich egal war, wer ihnen gegenüber stand. Ihr Flugstil war draufgängerisch und wenig überlegt, sämtliche Vorteile der Mig ausnutzend.
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