| Wenn mich jemand fragt, was mich am Microsoft Flight Simulator so dermaßen fasziniert, dann fällt mir zu allererst gar nicht mal die Fliegerei an sich, sondern die – zugegeben, virtuelle – grenzenlose Freiheit ein, die man dort mit ein bisschen Phantasie erleben kann. Ich habe schon „gesimmt“, als die Welt noch schwarz/weiß war. Dann kamen 16 Farben hinzu, Pyramiden als Berge – die Welt schien perfekt. Natürlich hat sich in der Zwischenzeit eine Menge getan, und je größer die (topographische) Ähnlichkeit im Simulator mit der realen Welt wurde, desto aufregender empfand ich den Gedanken, mich zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt einmal umsehen zu können. Eine Woche Buschfliegerei in Nepal, eine Woche Karibik, dann für eine Woche in heimischen Gefilden Linienflüge abklapp ern – die Welt als riesige Modelleisenbahn, jederzeit zu Diensten.
In Wirklichkeit gab und gibt es natürlich große Einschränkungen dieser Freiheit, denn ohne Flugzeug konnte man sich im Flight Simulator bislang nur mit „Active Camera“ bewegen, einem Zusatzmodul, welches über lange Zeit zur Standardausrüstung unzähliger User gehörte.
Active Camera brachte brachiale Veränderungen mit sich: es ersetzte die nicht gerade lebensnotwendige Towersicht durch ein Set weiterer freier Sichtmodi: eine Vorbeiflugsicht und zwei weitere, mit denen man sich innerhalb und außerhalb des Flugzeuges frei bewegen konnte. Um Werbung brauchten sich die Entwickler kaum Sorgen zu machen, denn schon bald stand auf fast jeder Box „Um die virtuelle Kabine in vollem Umfang nutzen zu können, benötigen Sie Active Camera blablabla“. Lange Zeit bestand dieses Tool unangefochten in der Szene, wurde geringfügig verbessert und letztlich doch von seinen Entwicklern etwas vernachlässigt, und während in Belgien bei Anticyclone auf Lorbeeren geschlafen wurde, brannte in einem Dachzimmer irgendwo in Russland noch Licht. Das Designerteam DBS hatte mit der Erstversion von „Walk & Follow“ beim befreundeten Publisher IGFly offene Türen eingerannt.
Leider war diese Erstversion allenfalls eine öffentliche Betaversion, aber eines stand bereits zu diesem frühen Zeitpunkt schon fest: hier hatte m an nicht Altes aufgewärmt, um es dem Kunden als etwas Neues vorzusetzen.
Eines der größten Mankos von Active Camera war die Darstellung der Landschaft in den Außenansichten, denn das Modul war nicht in der Lage, Bodenerhebungen darzustellen. Stattdessen schwebten Bäume und Autogen- Häuser in der Luft. Auch gab es starke Einschränkungen, was die Bewegungsfreiheit um das eigene Flugzeug herum anging, während man sich in der Luft befand. Walk & Follow räumt mit diesen Shortcomings grandios auf, und die mir vorliegende Version 1.06 (die inzwischen bereits erschienen sein wird) ist stabil und (fast) ohne Macken.
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