| Meinen ersten Flug mit einer Triple Seven hatte ich im März 1997. Es ging in einer Maschine der British Airways über den Atlantik nach Boston. Sollte ich die Vorzüge und Annehmlichkeiten im Inneren erst später kennen lernen, war doch schon der Einsteigevorgang einfach grandios.
Die Maschine stand in Heathrow auf einer Außenposition, der Zustieg über eine Treppe war also unvermeidlich. Da sich wie üblich die ganze Meute irgendwann auf der Gangway staute, blieb genug Zeit, die T7 genauer in Augenschein zu nehmen. Wie sie da einfach stand und mit der einfachen, aber stilvollen Bemalung der BA in der Sonne glänzte, war traumhaft. Während des Fluges wurde mein Glücksgefühl dann noch um Längen erhöht. Zufällig war der Kapi tän in der Galley und nutzte die freie Zeit mit einem Plausch bei einigen Passagieren. Frech gesellte ich mich einfach dazu und bekam neben Lobeshymnen des Piloten auf die 777 auch gleich eine Einladung ins Cockpit zu hören.
Da mittelgroße Steppkes im Allgemeinen leicht zu begeistern sind, machte mich diese Erfahrung schließlich zum uneingeschränkten T7-Liebhaber. Gewöhnlich versucht man dann auch, „seine“ Lieblingsmaschine irgendwie im Flugsimulator unterzubringen. Glücklicherweise gab es bereits für den FS2000, später durch einige Updates auch im FS2002, eine Umsetzung von Phoenix Simulation Software der Maschine. Leider war dann damit im jetzigen FS Schluss – nur über Umwege mit suboptimalen Ergebnissen konnte man sie halbwegs fliegen. Eine Erfüllung war dies freilich nicht. Als im letzten Jahr erste Ankündigungen einer rundum erneuerten Version aufhorchen ließen, war mein inzwischen eingeschlafenes Triple- Seven-Fieber wieder geweckt. Die Veröffentlichung war dann quasi mein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk – ein guter, alter Freund kehrte endlich zurück.
Zunächst galt es ungeachtet der Freude erst einmal herbe Rückschläge einzustecken. Phoenix ging beim Release nämlich recht ungewöhnliche Wege. Wer vorbestellte, konnte das Produkt einige Tage vor der tatsächlichen Veröffentlichung zwar schon nutzen, musste aber schnell einsehen, dass der geringere Kaufpreis auch ein Zugeständnis war – PSS verlagerte den abschließenden Beta-Test einfach auf den öffentlichen Kundenkreis. Immerhin, der Schritt war mutig und in Teilen verständlich. Dass es sich nämlich um eine Vorabversion mit zum Teil gravierenden Fehlern handelte, wurde angekündigt.
Phoenix musste sich also bewusst sein, dass ungeduldige Naturen den Hinweis nicht wahrnähmen und letztlich von Betrug oder ähnlichem sprächen. So kam es dann auch: sehr viele Kunden waren sich der fast fertigen Version nicht bewusst und traktierten die Mannen von Phoenix mit Flüchen und bösen Wünschen. Unter der Hand kamen schnell Gerüchte auf, die sechzehn Betatester seien überfordert und bräuchten Verstärkung. Um den Nachschub mit einem gewissen kommerziellen Erfolg zu verbinden, entschloss man sich dann wohl doch zum „ersten bezahlbaren Betatest“, wie es ein User im PSS-Forum ausdrückte. Ob Graham Waterfield oder Robert Kirkland nun Samariter für zahllose wartende Kunden sein wollten oder einfach den schnellen Dollar spürten, bleibt ungeklärt.
Eine gewisse Sympathie für den eingeschlagenen Weg konnte ich mir zumindest nicht ganz verkneifen, hielt es doch einigen FS-Nutzern brutal den Spiegel vors Gesicht. Immerhin verschwand der gröbste Ärger mit der Veröffentlichung der finalen Version, die allerdings noch immer nicht ganz bugfrei ist.
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