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lange währt, wird endlich gut – auf dieses uralte Sprichwort
wird wohl fast jeder von Dreamfleet und Flight1 derzeit setzen,
wenn er an das B727-Projekt denkt. Am ehesten wohl Projektleiter
und Designer Paul Golding, der mit der Idee der B727 im Jahre
2001 zum Dreamfleet 2000 Team gestoßen war. Denn keiner
hätte damals wohl geahnt, dass gerade dieses Projekt einmal
die rote Laterne für das Flusi-Projekt mit der längsten
Entwicklungszeit bekommen würde. Jetzt endlich, zum Jahreswechsel
2004/2005, wird die B727 verfügbar sein – mehr als
3 Jahre nach dem Entwicklungsstart. Schon lange dagegen ist CaptainSim’s
„Legendary 727“ verfügbar. Und da muss sich der
Newcomer natürlich die Frage gefallen lassen, was er denn
alles besser kann und schöner darstellt als der etablierte
Platzhirsch. Lassen wir also die beiden Kandidaten in den Ring
steigen, wobei wir natürlich unser Augenmerk mehr auf den
Newcomer richten werden.
Das Wiegen: Wer hat das bessere Kampfgewicht?
Die
Runde an der Waage fällt schon mal klar zugunsten des Herausforderers
aus dem Hause Flight1 aus: Während das Paket aus russischkanadischer
Coproduktion ca. 80MB Material in eingepackter Form umfaßt,
müssen bei der Konkurrenz aus Knoxville, Tennessee über
150MB durch die Leitung geschleust werden. Schaut man sich hinterher
an, was da alles in den Flusi-Ordner befördert wurde, wird
schnell klar, warum der Flight1-Flieger soviel Speck um die Hüften
hat: Es ist das zusätzliche Material, das Flight1 seinem
neuesten Baby beilegt. Manuals, der Config Manager, Text-o-Matic
(das Flight1 Programm zum Einbinden zusätzlicher Bemalungen),
die Größe der Sounds – all das hat bei Flight1
viel mehr Umfang und Dateigröße. Die Anzahl der Liveries
ist fast gleich: den 16 Varianten bei Flight1 stehen deren 20
bei Captainsim gegenüber. Wem das nicht reicht, der kann
sich aus über 200 zusätzlichen Liveries für die
„Legendary 727“ bedienen, und dank Flight1´s
Dauerbrenner „Text-o-Matic“ wird es bei der B727 sicherlich
bald nicht anders sein. Unterschiede gibt es dagegen bei Bezahlung
und Lizenzvergabe:
Das automatisierte System mit dem Flight1 Wrapper sagt mir doch
erheblich mehr zu als das Verfahren bei CaptainSim, wo man seinen
persönlichen Freischaltkey per eMail zugesandt bekommt.
Flight1´s ATR72 hatte ja bereits durch seine
umfangreiche Dokumentation überzeugt, und die B727 steht
da kaum hinten an: 297 Seiten warten darauf, an dunklen Winterabenden
am Kamin gelesen zu werden - ziemlich beeindruckend, wenn man
bedenkt, dass hier kein modernes Navigationssystem wie GPS oder
FMC erklärt werden muss. 171 Seiten entfallen zunächst
auf das AOM, das eigentliche Systemhandbuch, 76 nehmen die im
QRH zusammengefassten Checklisten, Prozeduren und Tabellen ein,
und nochmals 50 Seiten beansprucht das umfangreiche Tutorial,
welches einen Flug von Budapest LHBP nach München EDDM beschreibt.
Gerade die Existenz des Tutorials kann man nicht oft genug lobend
erwähnen – und dabei so manchem Mitbewerber unter die
Nase reiben, wo dieses wichtige Element der Anleitung doch sehr
stiefmütterlich behandelt wird. CaptainSim’s B727 Skipper
muss dagegen mit insgesamt 77 Seiten Material vorlieb nehmen,
hierbei fallen naturgemäß alle Sektionen sehr viel
knapper aus. Tutorial, Systemdokumentation, Prozeduren oder Tabellen,
alles das beschränkt sich auf das nötigste Minimum –
als wäre die Dokumentation lästiges Beiwerk, aber auch
nicht mehr.
Text-o-Matic, das Tool für die Einbindung neuer
Bemalungen bei Flight1 Software, hat mit der ATR72 eine komplette
Renovierung erfahren, und diese Renovierung hat sich recht positiv
auf die Bedienbarkeit des Programmes ausgewirkt. Die gesamte Oberfläche
wirkt deutlich aufgeräumter und freundlicher als bisher,
und der Wizard, der in 6 Schritten eine neue Bemalung einbindet,
ist eine wirklich praktische Sache. Auch der Config Manager überzeugt,
sehr schön ist die Möglichkeit, die Häufigkeit
eines eventuellen Triebwerks- oder Bremsversagens einzustellen.
CaptainSim´s TCE dagegen ist ein unspektakuläres und
optisch längst nicht so opulentes Programm, welches aber
trotzdem brav und unauffällig seinen Dienst verrichtet. Die
Benutzerführung ist ebenfalls logisch, und der Beladungseditor
ist schnell erlernt und einfach zu handhaben.
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